Die größte WM aller Zeiten

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland die größte aller Zeiten war? Das ist zugegebenerweise eine dumme Einstiegsfrage, die automatische Antwort ist: SELBSTVERSTÄNDLICH! Aber abgesehen von sportlichen und emotionalen Gründen gibt es dafür noch einen entscheidenden völkerrechtlichen Grund.

An der WM nahmen offiziell 32 Mannschaften aus 32 Ländern teil, wie dies auch schon in Japan/Südkorea 2002 und in Frankreich 1998 der Fall war.
Kurz vor der letzten WM in Schland ereignete sich jedoch eine Unabhängigkeitserklärung: Montenegro sagte sich am 3. Juni 2006 von Serbien offiziell los. Als erstes Land erkannte Island den neuen Staat fünf Tage später an. Die Schweiz, Russland und die EU (bis zum 12. Juni) folgten während der Vorrunde, sogar Serbien akzeptierte den neuen Staat. Und da eine solche "Staatsgründung", sofern sie von genügend Ländern anerkannt wird, im internationalen Recht rückwirkend zum Zeitpunkt der Unabhängigkeitserklärung gilt, traten zur Weltmeisterschaft zwar 32 Mannschaften, aber halb-offiziell 33 Länder an.
Montenegro allein hätte aber noch schlechter als Serbien-Montenegro abgeschnitten: Der einzige Montenegriner im Aufgebot war der erste Torwart Dragoslav Jevric.