Walfisch

Die Freiburger Motörhead-Band Snaggletooth ehrt Lemmy mit einem Konzert

Leon Pfaff

Wer an Motörhead denkt, denkt an Lemmy – die Freiburger Tribute-Band Snaggletooth würdigten den vor einem Jahr verstorbenen Bassisten und Sänger am Dienstag im Walfisch mit einem Konzert. Lemmy-Fan Leon Pfaff war dabei.

Ich stehe in der ersten Reihe und beim Headbangen richten sich mir meine Haare im Nacken auf und ein paar Tränen fließen. Im Walfisch spielt die Freiburger Motörhead-Tribute-Band Snaggletooth. Wer hätte gedacht, die vermeintliche Stimme Lemmys nochmals durch Lautsprecher live hören zu können?




Rückblende: Es ist Mittwoch, der 29. Dezember 2015, nach 2 Uhr. Ich scrolle auf meinem Handy durch die aktuellen News. Mein Blick bleibt bei einem Post der offiziellen Motörhead-Seite hängen: Lemmy ist tot. Was nach Meinung der meisten Heavy-Metal-Fans unmöglich erschien, wurde bittere Wahrheit.

Unzählige Cover-Bands wollen in die Fußstapfen von Motörhead treten

Ich denke zurück an den Sommer 2014: Nachdem der Motörhead-Auftritt 2013 in Wacken abgebrochen werden musste, kamen mir die Tränen in die Augen, als ich das Trio erneut auf der Bühne erblickte. Motörhead – Lemmy – war eine Welt für sich. In den Monaten nach dem Tod wurden tausende Nachrufe auf dieses Phänomen geschrieben, gefühlt ebenso viele Cover- und Tribute-Bands versuchten, in die Fußstapfen der Mitbegründer des Heavy Metals zu treten.

Besonders hervor taten sich hierbei die Karlsruher von Spitfire, die elsässischen Iron Bastards und die aus England kommenden Asomvel – sie alle verbindet, dass sie ihren eigenen Weg in der Musik beschreiten, wobei ihr gemeinsamer Einfluss aus der Musik der Mannen um Lemmy Kilmister kommt.

Was kann die Tribute-Band aus Freiburg?

Was also darf man bei der Freiburger Tribute-Band Snaggletooth im Walfisch erwarten? Die Band betritt vor dem gefülltem Kneipenraum die Bühne und legt los. Sänger Lurchis Auftreten erinnert sehr stark an das von Lemmy, ohne jedoch wie eine billige Kopie zu wirken. Das Trio beginnt ihr Set mit dem Lied, welches den Name des Motörhead-Maskottchen und der eigenen Band trägt: Snaggletooth.

Schnell wird klar, hier handelt es sich nicht um eine x-beliebige Coverband oder Jungmusiker-Truppe, hier sind wahre Fans und Könner am Werk. Nach den ersten paar Liedern fängt die Band an, Geschichten der persönlich erlebten Motörhead-Konzerte auszupacken.

Spontan ergänzen sie die sowieso schon prall gefüllte Setlist um weitere Lieder und fordern mehr Whisky-Cola. Dabei fällt vor allem auf, wie bescheiden sich die Musiker geben. Ich erlebte bereits Dorfkneipenbands, die den bekanntesten Hit von Motörhead miserabel coverten und sich danach als die Helden des Abends feierten. Nicht so Snaggletooth: Bei jedem größeren Hit gedachten sie Lemmy und würdigten sein musikalisches Schaffen durch ihre eigene Interpretation.

Der Zeitgeist verschwindet nicht

Was von diesem Abend bleibt, ist das Gefühl, dass nicht nur das künstlerische Schaffen, sondern auch der Zeitgeist, den Motörhead umgab, auch ein Jahr nach der Auflösung der Band, nicht an Bedeutung verliert.

Es bleibt zu hoffen, dass auch auf zukünftigen Partys und Konzerten Lieder aus der Feder der Engländer gespielt werden und die Fans, egal ob jung oder alt, unabhängig davon, welchem Geschlecht zugehörig, bei einem Glas Whisky-Cola auf Lemmy, respektive Motörhead anstoßen werden. Ich wünsche ihnen weniger Schmerzen beim Kämmen der Haare am nächsten Morgen, als ich sie habe!