Freiburg

Die Fliegerbombe vom Güterbahnhof ist im Mooswald gesprengt worden

Fabian Vögtle & Julia Dreier

Die am alten Güterbahnhof entdeckte Fliegerbombe wurde in den Mooswald transportiert und dort gesprengt. Die Detonation war kilometerweit zu hören.

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die am Donnerstag am altem Güterbahnhof gefunden wurde, ist um 15.08 Uhr auf einem Weg im Mooswald kontrolliert gesprengt worden. Bis ins Industriegebiet Nord habe man den lauten Knall gehört, erzählen Zeugen vor Ort. Und auch in Denzlingen sei die Explosion zu hören gewesen – und zu spüren. Das berichtet ein Ortsansässiger, der in seiner Wohnung ein leichtes Beben bemerkt hat. Bei der Sprengung kam es laut Förster Markus Müller vor Ort zu einer enormen Druckwelle, was dazu führte, dass einige Äste umstehender Bäume abgeknickt seien. Weitere Schäden gibt es nicht. Der Ort der Sprengung im Mooswald liegt südlich der Deponie Eichelbuck und westlich der B3.


Die amerikanische Bombe, hieß es zuvor am Morgen von Seiten des Polizeisprechers Walter Roth, werde an eine "sichere Stelle" außerhalb der Stadt gebracht. Wo genau diese liegt, hat die Polizei zunächst nicht bekanntgegeben. Durch den Abtransport war eine Evakuierung der umliegenden Wohnungen und Häuser nicht nötig.

Dieser hatte um 13 Uhr begonnen und wurde von der Polizei und einem Hubschrauber eskortiert. Die Bombe ist mit einem Bagger in ein Spezialfahrzeug des Kampfmittelbeseitigungsdienstes verladen worden. Am Sprengungsort war derweil alles vorbereitet worden: Sobald die Bombe ankommt, sollte sie gesprengt werden können.

"An der am Boden aufgeplatzten Bombe hat es schon einmal eine Teildetonation gegeben." Robert Mess
Zu der kontrollierten Sprengung wurde laut Roth ein Loch gegraben, in dem die Bombe zur Explosion gebracht werden sollte. Die Stelle sei mit einem Schutzwall aus mit Wasser und Sand gefüllten Containern abgesichert worden. Robert Mess vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Sindelfingen erklärte, dass diese Bombenentschärfung eher eine der seltenen Art sei: "An der am Boden aufgeplatzten Bombe hat es schon einmal eine Teildetonation gegeben." Von ehemals 250 Kilogramm Sprengstoff seien aber immer noch 100 Kilogramm vorhanden.

Am Donnerstag haben Mess und seine Kollegen bereits versucht, den Zünder zu entschärfen. Doch das sei nicht gelungen. Da ein Versuch schon fehlschlug, wird die Bombe nun also an eine "sichere Stelle" gebracht und dort gesprengt. Das sei eher selten, so Mess.



Über Nacht war die Bombe bereits an eine andere Stelle einige Meter weiter gebracht und mit Sand überschüttet worden – zum Schutz. Ob Anwohner wieder evakuiert werden müssen, hatten die Einsatzkräfte zuvor davon abhängig gemacht, ob der Blindgänger vor Ort gesprengt oder abtransportiert werden muss.

800 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen

Am Donnerstagnachmittag waren Bauarbeiter im Bereich des alten Güterbahnhofs auf die Fliegerbombe gestoßen. Die Baustelle befindet sich zwischen der Lokhalle und dem Betrieb Vergölst; sie gehört zum Wohngruppenprojekt "Nestbau". Ein Umkreis von 300 Metern um die Fundstelle wurde evakuiert, 800 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.



Am Donnerstagabend hatten die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes festgestellt, dass der Sprengkörper nicht entschärft werden kann. Aber: " Aktuell geht von der Bombe für die umliegenden Gebäude keine akute Gefahr aus", meldete die Polizei um 22.49 Uhr. Deshalb konnten die Anwohner zu Hause schlafen. Der Fundort der Bombe blieb abgesichert und wurde von mehreren Polizisten die ganze Nacht überwacht.