Die Fastnachts-Forscher

Stephan Elsemann

Dass die Fastnacht oft nicht der reine Spaß ist, hat man schon vermuten dürfen, doch was sich eine Gruppe von Studierenden aus Regensburg zumutet, ist ein Fastnachts-Hardcore-Programm: Eine Woche lang sind 40 Studierende der 'Vergleichenden Kulturwissenschaft' zusammen mit ihrem Professor Dr. Daniel Drašcek unterwegs, um die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht ganz hautnah zu erforschen. fudder-Autor Stephan war mit ihnen auf Exkursion in Elzach.



Eine Studien-Exkursion ist kein Urlaub, und genau das merken die 40 Studierende der Vergleichenden Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg gerade, die zusammen mit ihrem Professor Dr. Daniel Drašcek ins Ländle gekommen sind: Sie sie unterwegs, um die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht ganz hautnah zu erforschen, und dafür wird auch mal um 6 Uhr am Morgen aufgestanden.


Drei bis vier Fasnet-Termine pro Tag absolvieren die Studenten dieser Tage, und wenn es mal keinen Termin gibt, steht Gruppenarbeit auf dem Programm.
Ein Fasnet-Termin ist keine touristische Veranstaltung: Bei den Schuttigen in Elzach schwärmten die Studenten aus, fotograftierten eifrig und befragten Beteiligte.

Für die meisten Teilnehmer der Exkursion ist die Fasnet ganz neu. Der Erstkontakt mit ihr ist in jedem Fall höchst ungewöhnlich, denn Forschungsthemen sind unter anderem Rollenspiel und Identität und Kontinuitätsproblematik und Deutungsraster. Nicht ganz einfach, Interviews mit einer Klientel, zu führen, die – wie in Elzach – die Jungforscher gleich mit stinkenden Saublasen traktiert. Oder auch einfach nur betrunken ist.



Kein Wunder, dass die Antworten sehr unterschiedlich und widersprüchlich ausfallen. "Mal wird das Alter der Fastnacht auf 300 geschätzt mal auf 1100 Jahre", erzählt Evelyn Eberl. "Aber immer heißt es, sie sei 'uralt'."
Für Evelyn, die auch noch Gender Studies studiert, ist die Rolle der Frauen in der Fastnacht besonders wichtig. Keine eindeutigen Informationen auch hier: Stecken in den Kostümen der Elzacher Schuttig nun auch Frauen oder nicht? Sehen kann man es jedenfalls nicht.



Den angehenden Wissenschaftlern geht es nicht so sehr darum, wie sich die Fastnacht historisch entwickelt hat, sondern wie die Menschen heute damit umgehen; Dass die Exkursion für die Teilnehmer ganz nebenbei ein großer Abenteuerurlaub geworden ist, sieht man den leuchtenden
Gesichtern an.

Noch bis zum Aschermittwoch sind die Studenten aus Regensburg im Ländle unterwegs.

Mehr dazu:

Uni Regensburg: Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft: Website