Problembau

Die Fassade der UB soll ab April komplett repariert werden

Simone Höhl

Nachdem erneut Blechteile von der Fassade der Unibibliothek gefallen sind, untersuchen Kletterer die Südseite des Baus. Derweil streiten Bauherr und Baufirma über mögliche Schadensursachen.

Nachdem erneut ein Blechteil von der Fassade der Unibibliothek der Albert-Ludwigs-Universität gefallen ist, müssen Kletterer nun die Südseite des Vorzeigebaus unter die Lupe nehmen. Derweil hofft das zuständige Amt, in einem Monat mit der Reparatur der kompletten Fassade beginnen zu können.


Die Uni Karlsruhe prüft ein Verfahren dafür. Bis es soweit ist, sollen die Sicherheitsvorkehrungen nicht erhöht werden. "Sie haben sich ja bewährt", sagt Karl-Heinz Bühler vom zuständigen Amt "Vermögen und Bau".

Das 30 mal 40 Zentimeter große Blech ist kurz nach dem Fasnetsmendig-Umzug von der Fassade an der Belfortstraße gefallen, als es stürmte. "Das ist keine Entschuldigung", sagt der Freiburger Amtsleiter Bühler tags darauf auf BZ-Anfrage, "aber es sind kritische Verhältnisse." Laut Polizei fiel das Deckenstirnblech, das auf Höhe einer UB-Decke außen angebracht war, in der Absperrung auf die provisorische Überdachung des Liefereingangs, zwei weitere Bleche waren lose. Eines davon, oben am Eck, war sehr groß.

Die Uni Karlsruhe prüft die Verfahren

Die Feuerwehr konnte mit der Leiter nicht ran, Fassadenkletterer mussten bei Windböen das Blech befestigen. Straße und UB waren in dem Bereich abgesperrt, Studenten durften zeitweise nicht ins Haus. Verletzt wurde niemand. An der Uni und bei der UB ist man dennoch erschrocken über den Vorfall. Auch Karl-Heinz Bühler hält ihn für kritisch.

Im August war ein erstes Blech einem Studenten vor die Füße gefallen. Die 4 mal 16 Zentimeter große Halterung war wie vorgesehen nur verklebt. Um die UB wurden der Zaun aufgestellt und die Eingänge überdacht. An drei Gebäudeseiten wurden alle Deckenstirnbleche entfernt, nur nicht an der Belfortstraße. Dort hätte man die halbe Straße blockieren müssen und der Zaun schien ausreichend, sagt Bühler. "Die Absperrung und die Untersuchung der Blechpaneele durch Externe war richtig." Er ist mehr denn je überzeugt, dass die Verklebung nicht ausreichend ist. Die Fassadenbaufirma hatte das nicht geglaubt, sondern als Ursache eine Beschädigung angeführt und zudem darauf verwiesen, dass trotz Abratens Fassadenkletterer an der UB tätig waren.

Die Kletterer, die nun in Bühlers Auftrag arbeiten, sollen alle Deckenstirnbleche an der Südseite prüfen und lose Teile abnehmen. Ohnehin soll die ganze Verkleidung runter und mechanisch befestigt werden, darauf besteht das Amt. Das hat dazu Lösungen erarbeitet, sagt der Leiter des früheren Unibauamtes: An der Uni Karlsruhe laufen Prüfverfahren, wie die Befestigung aussehen muss, um auch bei starkem Wind und Sog zu halten. Bühler hofft, dass ab April die Bleche nach und nach abgenommen, Halterungen aufgeschweißt und diese dann fest an der Unterkonstruktion angeschraubt werden.

Bauherr und Baufirma streiten über die Schadensursache

Der Bauherr geht von einem Mangel aus, den die Fassadenbaufirma im Rahmen der Gewährleistung beheben müsse. Die Firma sieht das anders. Bisher sind die beiden nicht einig geworden – im Gegenteil, sie streiten vor Gericht: Die Firma beklagt ausstehende Zahlungen, die Landesbehörde widerspricht.

Die wiederum fordert jenseits des Rechtsstreits, Mängel an der Fassade zu beseitigen, neben den Blechen geht es auch um Undichtigkeiten. Die Firma bot im Winter an, die Bleche neu anzubringen, wenn das Land die ausstehende Summe zahle. Bühler dagegen sagt: "Es sind schon so gut wie alle Fristen abgelaufen." Er will im Fall der Fälle eine andere Firma damit beauftragen und kündigt an: "Dann werden wir diese Kosten in Rechnung stellen." Zu deren Höhe sagt Bühler nichts.



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