Die Ein-Mann- Fahrradanhänger-Spedition

Lilli Staiger

Daniel Leßmann, 39, aus dem Vauban, bietet seit 2002 Transporte von Möbeln und anderen Gütern mit seinem Fahrrad-Anhänger an. Wir haben nachgefragt, wie er dazu kam, was er alles auf den Anhänger packen kann und was der Speditionsdienst mit Schenkelkraft kostet.



Eine Vorliebe für Fahrradanhänger und eine durch und durch grüne Grundhaltung, die hat Daniel Leßmann schon immer. Der 39-jährige lebt autofrei und wohnt seit 10 Jahren im Stadtteil Vauban in einem nachhaltigen Wohngebäude. Er arbeitete bereits als Fahrrad-Taxifahrer und war bei der Fahrradstation im ‚Mobile‘ am Hauptbahnhof beschäftigt.


Dass man mit einem Fahrrad-Anhänger eine ganze Menge transportieren kann, stellte Leßmann fest, als er einmal gebeten wurde, vier mit Wasser gefüllte 60-Liter-Kanister zu befördern. 2002 beschloss er, einen eigenen Fahrrad-Lieferdienst ins Leben zu rufen und betreibt diesen seither als geringfügige selbstständige Tätigkeit. Schnell bemerkte Leßmann allerdings, dass sein Gewerbe nicht viel einbringt: „Die Auftragslage ist dürftig. Hauptsächlich werde ich von Bekannten gebucht und von Kunden des Holzladens. In den ersten 5 Jahren machte ich sogar Verlust. Seit drei Jahren werde ich vom Holzladen hier im Viertel empfohlen, dennoch springt dabei nur ein Taschengeld raus, ich beziehe zusätzlich Hartz IV.“



Zugegeben, wie ein Radsportler sieht Daniel Leßmann nicht gerade aus, er ist groß und kräftig. Doch genau das sei für seine Tätigkeit entscheidend: „Ich muss kein Fliegengewicht sein wie ein Profi-Radsportler, wobei ich schon länger versuche, meinen Bauch abzutrainieren. Für meinen Job ist Kraft, nicht Schnelligkeit entscheidend, schließlich muss ich schwere Lasten ziehen. Je nach Last und Steigung geht es teilweise nur mit Schritttempo “, sagt er.
Für solch hohe Anforderungen reicht ein gewöhnlicher Fahrrad-Anhänger natürlich nicht aus. Sein Anhänger hat ein Innenmaß von 2m x 72cm und ist für 150 Kilogramm ausgelegt.

„Meine komplizierteste und zugleich weiteste Fuhre war eine Wagenladung Möbel von Freiburg nach Kirchzarten. Für diese Fuhre berechnete ich 40 Euro. Die Kunden waren zufrieden, denn sie buchten mich noch einmal für einen ähnlichen Transport“, erzählt Leßmann.



Transporte in und um Freiburg haben einen Standard-Tarif von 10 Euro. Die Kilometerpreise berechnen sich nach Gewicht der Ware. Bis 50kg kosten 2 Euro, 100kg 2,50 Euro, 150kg 3 Euro. Außerdem gibt es Sondertarife, einen Stadtteiltarif Vauban und einen Tarif für Transporte von Waren, die im Holzladen in der Wiesentalstraße gekauft wurden.

Was sind die Vorteile des Fahrrad-Lieferdienstes? „Bei mir ist eine Lieferung mehr als die Hälfte günstiger als bei einer Spedition, ich fahre im Gegensatz zu anderen Lieferdiensten grundsätzlich direkt und bin bei den Lieferzeiten flexibel. In Einzelfällen bin ich schon sonntags und spät abends gefahren. Wer mich bucht, bekommt die Sachen in der Regel innerhalb von zwei bis drei Stunden geliefert.“

Mehr dazu:

Fahrrad-Lieferdienst
Daniel Leßmann
Heinrich-Mann-Str. 20
79100 Freiburg
Telefon 0761–4766597
fahrrad-lieferdienst@gmx.net