Die Dreisam-Surfer

Adrian Hoffmann & Joel Montagud

Wenn der Schnee schmilzt und es noch ein bisschen dazu regnet, haben sie ideale Bedingungen: Dreisam-Surfer. Ja, es gibt sie, und sie machen das, weil sie die Sommer-Wakeboard-Saison nicht mehr abwarten können. Es geht ganz einfach: Sie befestigen die Leinen, die sie normalerweise an einem Boot festbinden, an einer Brücke, stellen sich auf ihr Wakeboard, halten sich am Bügel fest und springen rein, in die örtlichen Fluten.



Marco Andolfi, 26, Ethnologie- und Soziologiestudent aus Freiburg, macht das heute zum ersten Mal. Er ist etwas nervös vorher und hüpft barfüßig und in seinem Neoprenanzug am Dreisamufer auf und ab. Er war vor kurzem erst zum Surfen in Marokko, hält es aber nicht länger ohne aus. “Ich surfe mehr als dass ich studiere”, sagt er - und springt. Es erinnert ein bisschen an Tiefschneeboarden, das Wakeboard liegt Tief im Wasser, und es dauert einen Moment, bis Marco sich herausgezogen hat und von der Strömung getragen wird. Dann aber entspannt sich sein Gesicht und der verbissene Ausdruck wurde zu einem breiten Lächeln.


So geht das jetzt zwei Stunden lang. Sind die Dreisamsurfer erst Mal im Wasser, wollen sie nicht mehr raus. Obwohl Stürze aufgrund der starken Strömung doch recht häufig sind. Die beiden anderen Surfer, Tobi Saße, 25, Medizinstudent, und Steffen Schott, 24, Informatikstudent, machen damit auch ihre Erfahrungen. Dabei wird schnell klar, dass die Dreisam für Drehsprünge auf dem Wakeboard doch nicht wirklich geeignet ist. "Aber es ist einfach witzig", sagt Marco. Die Zuschauer auf der Brücke, die sich schnell ansammeln, sehen das wohl auch so.