Die drei ??? im Interview: "Wir sind ein Gegenprogramm zu der um sich greifenden Gewalttätigkeit im Fernsehen"

fudder-Redaktion

Vielleicht bist Du mit ihnen aufgewachsen und vielleicht sind das auch schon Deine Eltern. Seit 36 Jahren erscheinen die Hörspiele der "drei Fragezeichen" - am Samstag kommen sie mit ihrem Live-Hörspiel nach Freiburg. Wir haben die Sprecher von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews zum Mail-Interview gebeten:



Wer hört "Die drei ???" - und wie hat sich Euer Publikum über die Jahrzehnte verändert?

Oliver Rohrbeck: Ich freue mich, dass inzwischen wieder extrem viele Kinder dazu gekommen sind. Generell muss man unterscheiden zwischen Hörspiel und Live-Auftritt. Die Hörspiele hören Kinder wie Erwachsene. Die Auftritte hingegen sind ja erst abends, da sind es schon hauptsächlich Erwachsene, die zu den Auftritten kommen - aber es sind immer wieder welche dabei, die ihre Kinder mitbringen.

Jens Wawrczeck:
Ein Teil der Hörerschaft ist mit uns groß geworden, ein anderer neu dazugekommen. Es ist ein familiäres Hörerlebnis, die Altersspanne liegt zwischen acht und 50.

Wie erklärt Ihr Euch die Faszination und die Langlebigkeit "Der drei ???"? Die Reihe ist immerhin älter als Indiana Jones, fast so alt wie Star Wars…

Wawrczeck: Ich denke, der Erfolg liegt an der Beständigkeit: Seit 35 Jahren sind es die gleichen Sprecher, die gleiche Regisseurin und der gleiche Look.

Andreas Fröhlich: Das hat in erster Linie mit den Fans zu tun. Wir haben unglaublich treue Fans. Dieses Phänomen lässt sich nicht so ohne Weiteres erklären. Wir wissen nicht, wie es dazu gekommen ist. Es ist ein Geschenk, dass wir heute immer noch da stehen. Vielleicht hat der Erfolg etwas damit zu tun, dass die Welt sehr hektisch, sehr wild ist. "Die drei ???" geben den Hörern die Möglichkeit, in die Kindheit abzutauchen und sich wieder unbeschwert zu fühlen.

Wie glaubt Ihr, hören Euch die Menschen?

Rohrbeck: Definitiv zum Einschlafen. Ich glaube auch ernsthaft, dass viele nicht wissen, wie mancher Fall zu Ende geht.

Was unterscheidet "Die drei ???" von Krimis wie dem "Tatort"?

Wawrczeck: In erster Linie, dass es ein Kinderhörspiel ist. Wir sind ein Gegenprogramm zu der um sich greifenden Gewalttätigkeit im Fernsehen. Es ist großartig, dass "Die drei ???" ihre Stellung halten und trotzdem spannend sind - und auch unheimlich - obwohl keine abgehackten Körperteile durch die Luft fliegen.

Wie läuft der Kontakt mit Fans ab? Ihr trefft ja bestimmt oft genug auf Leute, die das Gefühl haben, Euch seit über 30 Jahren zu kennen.

Wawrczeck: Die Fragezeichen-Fans sind ja sehr diskret, die pöbeln nicht auf der Straße rum und sagen "Ehhh, Du bist doch Peter Shaw!" und so was. Ich werde oft an meinem Lachen erkannt und ich freue mich dann, weil die Reaktionen der Fans immer sehr freundlich und liebevoll sind.

Ihr wurdet ja alle drei extrem jung gecastet - noch vor Eurem Stimmbruch - doch der Charakter Eurer Stimmen hat sich in all der Zeit nicht grundsätzlich verändert. Wie schafft man das?

Wawrczeck: Ach, das ist einfach Glück. Es ist eine schauspielerische Aufgabe, nicht zu alt zu denken und eine gewisse Naivität in die Stimme zu packen. Unsere Stimmen sind einfach so, wie sie sind. Wir klingen inzwischen schon älter, wenn man es mit den ersten Folgen vergleicht. Aber schon als Kinder hatten wir recht markante Stimmen. Ich glaube, es ist diese Stimmfarbe, die die Fans immer noch hören. Wir werden älter - es ist eher das Denken, das bei uns jung geblieben ist. Zumindest, wenn wir "Die drei ???" sprechen.

Ihr sprecht seit 36 Jahren drei Jugendliche, seid selbst mittlerweile Erwachsene Männer. Wie fühlt sich so was an?

Wawrczeck: Das wirkliche Alter spielt bei Hörspielen überhaupt keine Rolle. Wenn ich ehrlich bin, verschwende ich nicht eine Sekunde einen Gedanken daran, wie alt oder jung ich klinge. Wir sind "Die drei ???", mit acht, 18 oder 80.

Fröhlich: Wir spielen ja mit der Rolle, machen das nicht bierernst. Das Schöne am Hörspiel ist, dass man alles behaupten kann. Ein bisschen höher sprechen, ein bisschen hyperventilieren. Wenn man dann die Augen schließt, denkt man wirklich: Die sind total jung.

Mehr dazu:

Was: Die drei ??? - Sinfonie der Angst
Wann: Samstag, 30. Mai 2015, 19 Uhr
Wo: Neue Messe / Rothaus Arena
Tickets: Die drei ??? in Freiburg [Foto: Christian Hartmann/Promo]