Die Boulespieler vom Wiehrebahnhof

Florian Peters

Wenn man bei Sonnenschein am alten oder am neuen Wiehrebahnhof vorbeifährt und keine Boulespieler vorfindet, muss entweder Fessenheim hochgegangen sein oder es gibt Freibier bei Oma's Küche. Wir haben vier Pétanquefans gefragt, was sie am Kugelschießen so fasziniert.



Nico …ist 24 Jahre alt, Student und lebt in Freiburg.

„Ich spiele Boule seit drei Jahren, einfach so zum Spaß. Ein loses Hobby. Ab und zu treffe ich mich hier abends am neuen Wiehrebahnhof mit Freunden. Dann spielen wir meistens zwei gegen zwei, also Doublette. Wir haben auch schon an der Dreisam gespielt, aber da muss man die Kugeln immer lange suchen.


Beim Boule kommt es mir vor allem auf die Geselligkeit an. Ab und zu trinken wir nach dem Spiel ein Bierchen. Spezielle Tricks habe ich keine. Ich werfe die Kugel aus dem Handgelenk und versuche ihr den richtigen Drall zu geben.“



Thomas …ist 49 Jahre alt, hat früher in München gelebt und spielt jeden Tag.

„Ich spiele Boule, weil es mich in Einklang bringt und weil ich ambitioniert bin. Wenn ich gut drauf bin, spiegelt sich das in meinem Spiel wieder. An einem schlechten Tag merke ich das aber auch. Boule spielte ich schon, als ich noch in München lebte. Mittlerweile spiele ich seit über 12 Jahren. Wenn wir uns hier treffen, spielen wir meist Doublette, also zwei gegen zwei, oder Triplette, drei gegen drei. Dabei gibt es immer Leger und Schießer. Der Leger muss seine Kugeln so nah wie möglich an der Zielkugel, dem Schweinchen, platzieren. Der Schießer versucht, die gegnerischen Kugeln wegzuschießen.

Ab und zu trinke ich eine Bionade während des Spiels oder danach ein Gläschen Weißwein. Außerdem spiele ich noch in Ettenheim im Verein in einer Liga. Als Schießer oder Leger musst man verschiedene Fähigkeiten beherrschen. Ich lege besonderen Wert auf Taktik und versuche, die Kugel mit verschiedenen Wurftechniken bestens zu platzieren."




Inga …ist 58 Jahre alt und hat mit dem Boulespielen angefangen, um einen Ausgleich zu ihrem Haushalt zu finden.

„Ich spiele Boule seit über 20 Jahren. Und zwar fast jeden Tag. Wenn wir uns hier treffen, spielen wir Doublette oder Triplette, je nach dem, wie viele Spieler wir sind. Ich spiele vor allem am alten und am neuen Wiehrebahnhof, außerdem in der Spielgemeinschaft Wiehre. Allerdings spiele ich keine Liga, sondern nur freie Spiele. Es macht mir nichts aus, ein Spiel gegen einen besseren Gegner zu verlieren, solange ich selbst mit meiner Leistung zufrieden sein kann. Ich lerne auch ständig dazu, was Technik und Taktik angeht. Aber vor allem spiele ich Boule wegen der Geselligkeit und dem netten Beisammensein.“



Uschi
…ist 57 Jahre alt und kam über ihren Mann, der Franzose ist, zum Boule-Spiel.

„Boule spiele ich seit mehr als 30 Jahren. Das hat damals angefangen, als noch französische Soldaten am Flughafen, also auf dem heutigen Messegelände, stationiert waren. Über meinen Mann kam ich zum Boule. Er war zwar selbst kein Soldat, aber wir waren dennoch häufig dort und haben gespielt. Ich bin im Badischen Pétanque Verein (BPV). Das ist einer der ältesten Boule-Vereine Deutschlands.

Ich bin eine typische Schönwetter-Spielerin. Sobald die Sonne scheint, stehe ich mit meinen Freunden hier auf dem Bouleplatz. Wir spielen dann Doublette und Triplette. Manchmal auch Tête à tête. Ich spiele Boule, weil ich die Geselligkeit schätze und weil es mich fasziniert, wie sich das Gelände des Bouleplatzes stets verändert, beispielsweise nach einem Regenschauer. Am liebsten spiele ich Leger. Das heißt: ich muss meine Kugel so nah wie möglich an der Zielkugel platzieren. Wenn wir spielen, sitzen wir danach meist noch zusammen, trinken eine Weinschorle und genießen das Zusammensein.“