Hochkultur

Die Blumenbinderin lädt zur Finissage von Laura Durbans "Welten"-Ausstellung ein

Lisa Petrich

Am Freitag werden in der Werkstatt einer Freiburger Floristin zur Finissage der "Welten"-Ausstellung Island-Fotografien gezeigt. Die Künstlerin Laura Durban beantwortet fudder im Voraus Fragen zu Ihrer Arbeit und der geplanten Kakao-Zeremonie.

In der Natur-Werkstatt der Freiburger "Blumenbinderin" Dominique Brübach in der Oberwiehre gibt es nicht nur Blumen zu sehen: Am 8. Februar lädt sie zur Finissage der Ausstellung "Welten" der Künstlerin Laura Durban, die ebenfalls anwesend sein wird, ein. Die Ausstellung zeigt eine Reihe künstlerischer Island-Fotografien und ein Kunstvideo. Außerdem wird für angemeldete Gäste eine Kakao-Zeremonie durchgeführt.


Die "Welten"-Ausstellung läuft bereits seit Dezember. Nach der Finissage wird sie am Samstag, 9. Februar, noch bis 14 Uhr gezeigt. Der Eintritt ist kostenlos.

Zur Künstlerin und ihren Fotografien

Laura Durban ist Absolventin der Karlsruher Kunstakademie und ging vor zwei Jahren als Stipendiatin nach Reykjavík, das mittlerweile zu ihrem zweiten Zuhause geworden ist.

Die Farbbilder in ihrer Ausstellung hat sie mit einer Agfa Isolette 4.5 Analogkamera aus den späten 40er-Jahren aufgenommen – einem ganz speziellen Fund, wie sie erzählt: "Ich habe sie in Reykjavík auf einem Flohmarkt gefunden. Der Verkäufer hatte die in Deutschland hergestellte Kamera aus Schweden, wusste jedoch nicht ob sie funktioniert. Daraufhin habe ich mir Filme gekauft, mich mit den manuellen Einstellungen beschäftigt und einfach ausprobiert."

"Man muss weiter fantasieren, wie diese Landschaft sein könnte." Laura Durban

Gesagt, getan - nach über einem Jahr der autodidaktischen Vertrautmachung mit den Mechanismen und Eigenheiten ihrer analogen Kamera entstanden die Island-Fotografien. Laura Durban sieht sich selbst trotzdem nicht als Fotografin, erzählt sie: "Ich bin Künstlerin, und für mich sind Fotografien eher eine Herangehensweise und Malerei, nur dass es eben auf keiner Leinwand ist. Ich gehe nicht mit Technik oder dem Gedanken an Schärfe oder Komposition des Bildes heran, mir kommt es eher auf die Wirkung an und was diese Atmosphäre auslösen kann."

Die "Welten"-Ausstellung

Laura Durban möchte in ihrer Ausstellung aber nicht einfach nur die Landschaft Islands abbilden. "Alles, was wir sehen, nehmen wir mit unseren Vorkenntnissen und Prägungen wahr. Deswegen bin ich der Meinung, dass man etwas nicht genauso abbilden kann, wie es da ist, wenn man nicht schon selbst dort war", erklärt sie, "Es sind also keine Landschaftsdokumentationen, sondern neue Konstruktionen der Realität, die dann unterschiedlich wahrgenommen werden. Man muss weiter fantasieren, wie diese Landschaft sein könnte."

So kreiert Durban poetische Stimmungswelten mithilfe von Techniken wie Crossentwicklung, Doppel- und Mehrfachbelichtung ohne digitales Editing und die Kombination von zeitlich und örtlich unabhängig voneinander entstandenen Bildern. "Durch Doppelbelichtung mit einem anderen Ausschnitt einer Landschaft kann ich komplett neue Welten kreieren, deshalb heißt die Ausstellung auch ’Welten’. So entsteht ein surreales Bild, das aus realen Quellen gespeist ist", sagt sie.

Teil der Ausstellung ist auch Durbans Kunstvideo "Fragility [White and Blue]". Darin geht es um eine Annäherung an die Elemente und Naturgewalten Islands aus Feuer und Eis mit allen Sinnen und vollem Körpereinsatz.

Die verschiedenen Medien der "Welten"-Ausstellung sollen die Entfremdung von Mensch und Natur überbrücken und neue Inspirationen liefern. "Dadurch, dass wir Mensch und Natur ganz oft als Gegensätze betrachten, ist meiner Meinung nach zu wenig Motivation der Menschen da, etwas grundlegend zu verändern", sagt Durban, "nur wenn wir erkennen, dass wir als Menschen auch Teil der Natur sind, können wir damit umgehen und etwas Gutes dafür tun."

Special: Kakao-Zeremonie

Ein Highlight der Finissage bildet die Kakao-Zeremonie, welche die Künstlerin mit angemeldeten Gästen durchführen wird. Der rohe Kakao wird bei der Zeremonie ohne Zucker, nur mit Gewürzen serviert. "Wenn man sich an den bitteren Geschmack gewöhnt hat, ist es total lecker. Man sagt ja immer, dass Schokolade glücklich macht, aber ohne die ganzen Zusätze, in roher Form, öffnet Kakao das Herz", erzählt die Künstlerin überzeugt.

Außerdem könne man sich dadurch gut entspannen, konzentrieren und sich mit sich selbst und der Umwelt in Verbindung bringen. "Die Atmosphäre, also diese Magie, die auch in den Bildern steckt, wird durch die Kakao-Zeremonie ganz gut widergespiegelt", sagt Durban.


Für die Zeremonie muss man sich anmelden, damit die Menge des benötigten Kakaos bestimmt werden kann. Die Anmeldung erfolgt per Mail an Laura Durban unter lauradurban@web.de.
Was: Finissage der Ausstellung "Welten" von Laura Durban
Wann: Freitag, 8. Februar 2019, ab 17 Uhr
Wo: Natur-Werkstatt der "Blumenbinderin", Nägeleseestraße 4, Oberwiehre
Eintritt: frei

Anmeldung zur Kakao-Zeremonie unter lauradurban@web.de
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