Die Bewegung "Seebrücke" demonstriert am Samstag für die Entkriminalisierung der Seenotrettung

Jack Antty

Am Samstag findet auf dem Platz der Alten Synagoge die Demonstration "Seebrücke – stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer" statt. fudder hat mit Organisator Markus Wichmann gesprochen und gefragt, wer dahinter steckt und um was es geht.

Markus, wer steckt eigentlich hinter dem Begriff "Seebrücke"?

Markus Wichmann: Wir sind eine bundesweit aktive Aktionsgruppe, die sichere Fluchtwege fordert – etwa für Menschen auf hoher See, wie vor den Küsten Italiens. Außerdem sollen die Schiffe der verschiedenen NGO´s wieder raus fahren dürfen, um Menschen in Seenot zu retten. Die Entkriminalisierung ist die einzige Möglichkeit Seerettung zu betreiben.

Seit wann gibt es die Bewegung?

Die Idee zu einem Bündnis entstand vor eineinhalb Wochen – ich bin seit Dienstag dabei, nach dem ich auf dem ersten großen Treffen der Bewegung war.

Wer steckt dahinter?

Seit der Gründung in Berlin wird die Seebrücke von verschiedenen Bündnissen und AkteurInnen der Zivilgesellschaft getragen – also Privatpersonen. Inzwischen wurden in 21 Städten Aktionsgruppen gegründet, die alle für die Rettung der Flüchtlinge auf See demonstrieren und damit zeigen wollen, dass wir viele sind! Ich übernehme hier in Freiburg die Anmeldung der Demonstration am Samstag und die Rolle des Pressesprechers – allerdings nur inoffiziell, da wir keine interne Struktur besitzen.

Was ist das Ziel der Demo?

Wir hoffen, dass dieses akute Thema mehr Gewicht in unserer Gesellschaft bekommt. Dieses Gewicht soll Druck auf die Politik ausüben – es soll eine langfristige Lösung gefunden werden. Die Asyl- und Flüchtlingspolitik muss sich ändern.

Welche Veränderung soll es dann konkret geben?

Ganz unmittelbar sollen die Schiffe der NGO´s raus fahren dürfen, denn momentan sterben viele Menschen auf dem Mittelmeer, ohne dass es jemand mitbekommt oder es jemanden kümmert. Die langfristige Lösung muss nicht nur Italien, sondern alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Angriff nehmen. Dabei sollte man die Fluchtursachen nicht außer acht lassen. Das ist kein Thema, worum sich NGO´s und soziale Gruppen alleine kümmern können, die EU muss über eine Lösung der Probleme in den betroffenen Ländern nachdenken.
Was: Seebrücke - stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer!
Wann: Samstag, 14. Juli, 12 Uhr
Wo: Platz der Alten Synagoge, Freiburg
Web: Facebook-Veranstaltung