Die Basler Clubs Hinterhof und Nordstern schließen Ende 2015

Bernhard Amelung

Schock-Nachricht für Clubgängerinnen und Clubgänger: Die Basler Clubs Hinterhof und Nordstern schließen zum Jahresende. Damit einhergehend kochten auch die Gerüchte um die Schließung der Konzertfabrik Z7 in Pratteln wieder hoch.



Basels Clubgängerinnen und Clubgänger müssen eine bittere Pille schlucken: Die beiden großen Clubs Hinterhof und Nordstern, beide mit Schwerpunkt elektronische Musik, müssen zum Jahresende schließen. Der Nordstern, gelegen am Voltaplatz unweit des neuen Novartis-Campus, stellt den Betrieb am 31. Dezember 2015 ein. Rund einen Monat später, Ende Januar 2016, öffnet der Hinterhof beim Dreispitz-Areal seine Türen zum letzten Mal.


Einem Bericht der Basellandschaftlichen Zeitung zufolge habe der Eigentümer der Nordstern-Immobilie, die IWB (Industrielle Werke Basel), Eigenbedarf angekündigt und den Mietvertrag mit der Betreiberin des Nordstern, der Nordstern Enterprise GmbH, nicht verlängert. Laut Agron Isaku, Geschäftsführer und Programmleiter des Clubs, dürften die anderen Mieter, darunter die Bar und Brauerei Volta Bräu, im Haus bleiben.

Auch der Hinterhof erhält keine Verlängerung seines Mietvertrags. Die Immobilie soll 2016 an einen anderen, derzeit nicht bekannten Nutzer übergehen. Eigentümerin ist die Immobilien Basel-Stadt. Sie verwaltet die Immobilien des Kantons Basel-Stadt und mit rund 1,5 Milliarden Franken die Hälfte des kantonalen Finanzvermögens (Stand: August 2013).

Die Schließung beider Clubs ist für Basel und die Agglomeration ein großer Verlust. Beide haben sich in der Zeit ihres Bestehens einen Ruf von Weltformat erarbeitet. Im Hinterhof spielten regelmäßig Disc Jockeys wie DJ Koze, Lawrence und Ellen Allien. Im Nordstern waren unter anderem Ricardo Villalobos, Dixon und Jamie Jones gern gesehene Gäste. Erst Anfang Februar wurde der Club zum zweiten Mal mit dem Swiss Nightlife-Award als bester Club der Schweiz ausgezeichnet.

Einhergehend mit der Nachricht, dass die Mietverträge der Clubs Hinterhof und Nordstern nicht mehr verlängert werden, kochten die Gerüchte um die Schließung der Konzertfabrik Z7 in Pratteln wieder hoch. Aus der Quartiersplanung "Fachmarkt Grüssenhölzli" vom August 2011 geht hervor, dass auf dem Areal möglicherweise ein OBI-Baumarkt samt Parkplatz und Zufahrtsstraße gebaut werden soll. Dieses Bauvorhaben hatten die stimmberechtigten Einwohner von Pratteln mit einer ordentlichen Volksabstimmung angenommen. Z7-Betreiber Norbert Mandel fühlte sich über den Tisch gezogen und rief über die Facebook-Seite "Konzertfabrik Z7 bleibt" zu einer Solidaritätsbekundung auf. In einem Interview mit der Basellandschaftlichen Zeitung vom 3. Dezember 2014 wies Prattelns Gemeindepräsident Beat Stingelin die Gerüchte zurück. Ein Weiterbetrieb des Konzertlokals sei weiterhin möglich.

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[Foto: Nordstern / Promo]