Die Bar Erika macht zu

Daniel Laufer

Die Bar Erika schließt überraschend. Ende Juni ist in der Kartäuserstraße Schluss. Das hat fudder am Montag von Betreiberin Katharina Möckel erfahren.

"Kadda", wie sie jeder nennt, hört auf. Die Schichtpläne, die Einkäufe, das Putzen: So gut wie alles in der Bar Erika hat die 33-Jährige selbstgemacht. "Bei sechs Tagen pro Woche ist das wahnsinnig anstrengend. Am siebten kommst du dann heim und machst höchstens doch die Waschmaschine an." Am Sonntag hat sie ihre Mitarbeiter informiert: drei Angestellte auf 450-Euro-Basis.


Vor gut einer Woche hat Möckel ihren Mann geheiratet, den sie ausgerechnet in der Erika kennengelernt hat. "Damit wir mehr Zeit haben – und das geht nur, wenn die Arbeit als Barkeeperin nicht so viel Raum einnimmt", sagt Möckel. "Im Prinzip leben wir gerade aneinander vorbei. Für eine Beziehung ist das nicht gut."

Möckel will mehr Zeit fürs Privatleben

Das Brautpaar feierte im Waldsee. Wohl untypisch für eine Hochzeit: Unter den Eingeladenen waren auch viele Stammgäste. Sie sangen ein Lied über die "Erika", zeigten Videoschnipsel, in denen sie den Bar-Alltag nachgestellt hatten. Sie erzählten von Fremden, die am Tresen in der Kartäuserstraße zu besten Freunden geworden waren.

Den Entschluss, zu schließen, hatte Möckel schon ein paar Tage zuvor getroffen – nur wusste es da noch niemand. "Ich habe das Gefühl, dass ich meine Gäste – meine Freunde – ein Stück weit im Stich lasse", sagt sie jetzt. "Gleichzeitig ist mir die Familie in diesem Moment wichtiger – auch wenn das gemein klingt." Wie nah ihr die Entscheidung geht, merkt man am Montag deutlich: unter Tränen erklärt sie ihre Gründe für das Ende der Bar.

Stress mit Anwohnern gab es laut Möckel nicht mehr

Im Mai 2012 hatte der ursprüngliche Betreiber Klaus Henning die "Erika" in der Leo-Wohleb-Straße eröffnet, wenig später fing Möckel dort an – anfangs als Bedienung.Im Sommer 2013 zog die Bar in die ehemalige Zille-Stube in der Kartäuserstraße um, etwa ein Jahr später übernahm Möckel die Führung. Sie konnte Konflikte mit Nachbarn wegen Lärm, die es zuvor gegeben hatte, besänftigen. "Wir haben überhaupt keine Probleme mehr mit Anwohnern gehabt", sagt sie. "Schon seit zwei Jahren nicht mehr." Der 30. Juni 2017 soll nun der letzte Abend der Bar Erika werden.

Im Freiburger Nachtleben möchte sie auch weiterhin arbeiten. Sie habe ein paar Angebote bekommen, so Möckel. "Jetzt hoffe ich halt, dass jemand einen guten Mixer gebrauchen kann."