Die Anti-Folker von Schwervon! spielen am Freitag im Klavierdepot

Bernhard Amelung

Das US-amerikanische Anti-Folk-Duo Schwervon! macht Musik für Menschen, die aus dem Licht gerne mal in ein Schattenreich eintauchen wollen. Fudder verlost ein Mal zwei Freikarten für das Konzert an diesem Freitag.

Ein Raum voller glücklicher Menschen ist für die Anti-Folk-Band Schwervon! der liebste Ort für Konzertauftritte. So erzählen es die Bandmitglieder Matt Roth und Nan Turner einem lokalen Radiosender aus Kansas City, seit 2012 die Heimat des Duos, das auch privat ein Paar ist. Dorthin zogen Roth und Turner, die seit Ende der Neunzigerjahre zusammen Musik machen, von New Yorks Lower East Side. Ein Kulturschock, auch wenn Roth ursprünglich aus dieser Region im mittleren Westen der USA stammt.


Dieser fließt ein in die Single "Landlocked" aus dem Jahr 2013. Das Cover zeigt unter anderem Orte wie die Kansas State University, die Agricultural Hall of Fame und die Gedenkstätte für John Brown, der ein Gegner der Sklaverei war. "Take me out of here", holt mich hier raus, singen Roth, Gitarrist und Produzent der Band, und Schlagzeugerin Turner. Das kann einmal ein Wunsch nach Flucht vor der räumlichen Beengtheit bedeuten. Das kann aber auch ein inneres Engegefühl beschreiben. Eine soziale Beengtheit. Flucht aus dem Alltag, aus einer angepassten Welt.



Das zieht sich leitmotivisch durch die Texte von Roth und Turner, die sich mit ihrem Schaffen einreihen in eine Liste von Folk-Punkern (oder eben Anti-Folkern) wie Jeffrey Lewis, The Moldy Peaches, Toby Goodshank, Kimya Dawson Elastic No-No Band oder Adam Green. Bands und Musiker, mit denen Roth als Produzent oder Labelchef (Olive Juice) zusammengearbeitet hat.

Punk, Folk, LoFi-Atmosphäre sind Stilmittel, mit denen Roth und Turner gerne spielen. Einfache Melodien und ein rohes Drumgerüst kontrastieren vertrackte Texte. Diese können auch blutrünstige Rituale als Aufhänger haben. So zum Beispiel der Song "Blood Eagle", erschienen im September dieses Jahres auf der gleichnamigen Single. Der Titel spielt auf den Blutaar, ein Strafritual der Wikinger an. Dem Todgeweihten werden dabei die Rippen von der Wirbelsäule gelöst und wie Adlerschwingen aufgestellt.



"It sounded like the most horribly poetic way to die that I could imagine", kommentiert Roth diesen Song auf Bandcamp. Das Abgründige, Verschrobene fasziniert ihn. Anti-Folk auch auf einer poetischen Ebene. Die Texte flüstert man kaum seiner Liebsten an einem Sandstrand im Licht der untergehenden Sonne ins Ohr. Die Songs von Schwervon! sind vielmehr etwas für Menschen, die gerne mal aus dem Licht in ein Schattenreich eintauchen wollen – und dabei glücklich sind.



Support bekommt das Duo an diesem Freitag im Klavierdepot von der Karlsruher Band How I Left. Diese verpassen einer Mischung aus Folk und Country einen düster-verschwitzten Anstrich.
Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde ein Mal je zwei Tickets für das Konzert von Schwervon!. Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Blutaar" an gewinnen@fudder.de.

Sollten zu wenige Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Freitag, 17. November, um 9 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

  • Was: Schwervon! & How I Left
  • Wann: Freitag, 17. November 2017, 19.30 Uhr