Die "Aktion Arschloch" will, dass Du mit ihnen "Schrei nach Liebe" im Eschholzpark singst

Kathrin Müller-Lancé

Aktion Arschloch: Unter diesem Titel wollten Aktivisten in ganz Deutschland den Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" in die Charts bringen - gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Es gelang nach 2 Tagen. Doch damit nicht genug: Nun wollen sie den Song singen - zusammen mit Euch im Eschholzpark:



"Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt dich zu artikulieren. Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit. Ohoho Arschloch!"


Zeilen wie diese will die "Aktion Arschloch" wieder ins kollektive Gehör bringen. Richtig erkannt, sie stammen aus dem Song "Schrei nach Liebe" von den Ärzten. 22 Jahre nach seiner Veröffentlichung kommt er zu neuem Ruhm - als Statement gegen Fremdenfeindlichkeit.

Am 15. September 2015 landete das Lied auf Platz eins der deutschen Singlecharts - zum ersten Mal seit 1993. Der Erlös aus den Radio- und GEMA-Gebühren geht an den Verein Pro Asyl, der sich für Schutz und Rechte von Flüchlingen einsetzt. Möglich gemacht hat das die Aktion Arschloch. Was derb klingt, hat edle Ziele: Den "Schrei nach Liebe" immer lauter werden lassen - und damit gegen fremdenfeindliche Übergriffe, Brandanschläge auf Asylbewerberheime und rassistische Hetz-Parolen protestieren. Bei Veranstaltungen in ganz Deutschland wollen Menschen ein Zeichen setzten und singen den Song gemeinsam.

Jetzt ist Freiburg dran. Nächsten Dienstag um 15.45 Uhr soll im Eschholzpark ein Flashmob stattfinden, bei dem so viele Freiburger wie möglich den Song zusammen singen werden!" Organisiert wird er vom Netzwerk "Kein Mensch ist illegal". "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Freiburger Jugendlichen, ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Denn Freiburg ist BUNT - nicht braun", steht im Beschreibungstext der Facebook-Veranstaltung. Bei der Aktion kann jeder mitmachen, der möchte - unabhängig von Alter und Textkenntnis.

Frederik Greve von “Kein Mensch ist illegal” sagt: "Der Flashmob wird eher eine kurze Aktion sein. Deshalb sind wir vom Netzwerk für die Vor- und Nachbereitung da. Wir wollen Ansprechpartner sein, mit den Menschen ins Gepspräch kommen und das Thema diskutieren. Durch die neue Flüchtlingsaufnahmestelle ist die Debatte in Freiburg ja mega gewachsen".

Die Idee, den Flashmob, der bereits in zahlreichen Städten stattfand, auch nach Freiburg zu holen,  hatten übrigens zwei Schülerinnen der Merian-Schule. Die Zwölftklässlerinnnen wollten die Aktion Arschloch aus den sozialen Netzwerken nach Freiburg bringen. Sie fragten bei “Kein Mensch ist illegal” an und stellten das Projekt gemeinsam mit dem Netzwerk auf die Beine.

Mehr dazu:


Was:
"Aktion Arschloch"-Flashmob Freiburg
Wann: Dienstag, 29. September, 15.45 Uhr
Wo: Escholzpark Freiburg [Foto: dpa picture alliance]