Deutschlands härtester Radmarathon findet am Wochenende bei Freiburg statt

Marius Buhl

240 Kilometer, 6200 Höhemeter, 8 Berge: Ein Freiburger veranstaltet am kommenden Wochenende, 13. September, den härtesten Radmarathon Deutschlands - im Schwarzwald. Unterwegs gibt's Bibiliskäse statt isotonischen Gels:



Wenn Johannes Kratzert aus Hamburg nach Freiburg kam, spielte er immer ein Spiel: Wie viele Bergpässe kann ich an einem Tag mit dem Rennrad bezwingen? Kratzert startete mit zwei. Zum Beispiel Kandel und Schauinsland. Bald wurden es drei. Später vier. Dann Fünf. Inzwischen, Kratzert ist der Rennradliebe wegen längst nach Freiburg gezogen, wurde daraus der härteste Radmarathon Deutschlands.


Und weil Kratzert, wie jeder Rennradler, auch ein bisschen Zahlenfetischist ist, hier die Fakten: 240 Kilometer, 6200 Höhenmeter, 8 Berge: Kandel, Rinken, Feldberg, Belchen, Kälbelescheuer, Hochkopf, Schauinsland. Eine Etappe, zu hart für die Tour de France, ein doppelter Ultra Bike Marathon.



"Schwarzwald super!" heißt der Radmarathon, den Kratzert nun bereits zum zweiten Mal organisiert - zusammen mit seinem Kollegen Christoph Hammann-Kloss. Der ist für die "Hardware" zuständig. Dazu zählen: Verpflegung, Helferorganisation - und Strecken.

Neben der Goldroute mit 8 Pässen gibt es nämlich auch die Silber-Süd, die Silber-Nord und die Bronze. Das Besondere: Die Strecken kreuzen sich unterwegs, sodass die Fahrer des Marathons sich untereinander sehen können, plauschen, ausruhen. Wobei "Marathon" ohnehin ein irreführendes Wort ist, klingt es doch viel zu kompetitiv für Kratzert und sein Orga-Team.

"Schwarzwälder Knöpfle und Bibiliskäse"

"Wir sind eine Wohlfühl-Veranstaltung!", sagt Kratzert und zählt auf: Statt sportoptimierter Wettkampf-Ernährung soll es belegte Brote mit Schwarzwälder Schinken und Bergkäse geben, dazu Bibiliskäse, Honigbrote, Kartoffelsuppe, warme Brühe, Kaffee, Tee, Müsli und Kuchen. Am Vorabend der Veranstaltung fahren die Teilnehmer eine Willkommenstour, danach schmeißen sie eine Pastaparty mit Schwarzwälder Knöpfle. Und unterwegs könne dann eh jeder Pausen machen, so lange er will - einen Besenwagen gebe es nicht.

"Es geht nicht darum, zu gewinnen, es geht darum, gemeinsam die Strecke zu bewältigen",s agt Kratzert. Das spreche die Leute an: Bereits jetzt haben mehr als 250 Teilnehmer ihr Kommen angekündigt, für die Zukunft sieht Kratzert Potential: "Rennradler lieben die Zahlen: Wenn sich die Eckdaten des "Schwarzwald super!" rumsprechen, werden viele mehr kommen. Und wir können noch weiter erhöhen." Zudem, so Kratzert, profitiere man von der Schwarzwälder Kultur, den Bollenhüten, der Bekanntheit als Radsportparadies mit tausenden Strecken.

Eine Mörderstrecke für die Zukunft?

Die Strecken des "superrad!-Marathons" starten in Oberried, am Fuße des Schauinslands. Startzeit ist bereits um 5 Uhr 30 für die Strecken Gold und Silber-Nord, so wie um 8 Uhr 30 für Silber-Süd und Bronze. Gut ist: Durch die Verknüpfung der Strecken kann man auch unterwegs entscheiden, welche man fahren möchte. Und, das ist Kratzert wichtig: Es gebe ja auch die kleinste Strecke, die sei gerade mal 100 Kilometer lang. "Wir sind kein Wettkampf, der ausschließlich Extreme anlocken will!"

Johannes Kratzert würde am Samstag selbst gerne fahren, aufgrund anderer verpflichtungen schafft er das aber nicht. Er hofft aufs nächste Jahr. Denn für dort könnte er sich eine noch längere Strecke vorstellen. "Wenn man bei Oberried den Erlenbach als Berg noch einbinden würde, hätten wir eine Mörderstrecke." Konkret: 299 Kilometer, 9000 Höhenmeter.

Zur Person

Johannes Kratzert, 37, ist ein Freiburger Fahrradkurier. Er fährt für das Kurierteam VeloKurier. Außerdem betreibt er zusammen mit dem Kollegen Christoph Hammann-Kloss das Radgeschäft Superrad! Dort ist Johannes für die Radreisen zuständig.