Deutschland 24/30: Auf der Suche nach der Sozialen Marktwirtschaft

Nadine

Was denken die Deutschen mitten in der Weltwirtschaftskrise über die Soziale Marktwirtschaft? Wie erleben sie ihr Wirtschaftssystem, was erwarten sie von der Zukunft? So lautet die zentrale Fragestellung des Videoprojekts Deutschland 24/30.

  Was denken die Deutschen mitten in
 der Weltwirtschaftskrise über die Soziale
Marktwirtschaft? Wie erleben sie ihr Wirtschaftssystem, was erwarten sie von der Zukunft? So lautet die zentrale Fragestellung des Videoprojekts Deutschland 24/30.


In dessen Auftrag reisen drei Journalisten 30 Tage lang durch Deutschland und suchen dabei nach den „Gesichtern der Sozialen Marktwirtschaft“. Das Ziel: zu zeigen, wie die Soziale Marktwirtschaft im Alltag aussieht, und den abstrakten Begriff so mit Inhalt zu füllen.

Das Video-Blogger-Team reist dazu an verschiedene Orte und begegnet dort sehr unterschiedlichen Menschen. Sie treffen Behinderte, die von ihrer Arbeit in einer integrativen Werkstatt erzählen, Promis, die bei einem Charity-Golfturnier Geld für Bedürftige sammeln oder einen Unternehmensberater in seinem Münchner Büro.  Der Grundtenor der Videos ist bislang – der Krise zum trotz – eher positiv.

Die Videos zeigen Macher, Menschen mit Eigeninitiative, die sich trotz kleiner und größerer Probleme nicht unterkriegen lassen. Kritische Stimmen gibt es allerdings auch. So beschwert sich ein bedürftiger Besucher der Starnberger Tafel über die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und ein Milchbauer klagt über die zu niedrigen Milchpreise.

Finanziert und organisiert wird das Deutschland 24/30-Projekt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die INSM wurde von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie gegründet. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Soziale Marktwirtschaft zu erneuern und zu fördern.

Bereits im Vorfeld ist das Videoprojekt daher scharf kritisiert worden, unter anderem von  LobbyControl, einem Verein, der sich für mehr Aufklärung in Sachen Lobbyismus einsetzt. LobbyControl wirft der INSM vor, sie wolle eine arbeitgeberfreundliche Interpretation des Begriffs Soziale Marktwirtschaft fördern. Das Videoprojekt sehen sie als erneuten Versuch, unter dem Deckmantel des seriösen Journalismus gezielte PR zu betreiben.

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