OB-Wahl

Der von den Jusos programmierte Kandidat-O-Mat ist online

Gina Kutkat

Die Freiburger Jusos haben auf eigene Faust einen Kandidat-O-Mat ins Netz gestellt. Darin zu finden: 56 Thesen, auf die drei der sechs OB-Kandidierenden mit "Ja", "Nein", "Vielleicht" antworten.

Was lange währt wird endlich gut? Zehn Tage vor der Oberbürgermeister-Wahl in Freiburg gibt es nun doch einen Kandidat-O-Mat – in abgespeckter Form. Mit dem Tool können die Wählerinnen und Wähler 56 politische Aussagen der Kandidierenden vergleichen.


Programmiert hat ihn nicht die Landeszentrale für politische Bildung, die das Projekt eigentlich initiiert hatte.Die Freiburger Jusos um Daniel Becker und Sergio Schmidt haben in den letzten Tagen an dem Tool gearbeitet – weil das eigentliche Projekt gescheitert war.



Deshalb handelt es sich auch um eine "Notlösung", wie die Verantwortlichen auf der Seite schreiben. " Wir haben uns dazu entschieden vorerst nur die Kandidat*innen einzupflegen, die Unterstützung aus dem Gemeinderat genießen", heißt es weiter. Die anderen Kandidierenden könnten sich aber gerne melden.

Das ursprüngliche Projekt war gescheitert

Die LpB hatte den bundesweit ersten Kandidat-O-Maten entworfen und zusammen mit 20 Studierenden und Schülern 56 Thesen zu kommunalpolitischen Themen formuliert. Die Kandidierenden sollten diese mit "Ja", "Nein", "Vielleicht" beantworten. Doch der Kandidat-O-Mat konnte nicht realisiert werden, weil Dieter Salomon nicht mitmachen wollte. "Die meisten Fragen kann man eben nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten," sagte Salomon gegenüber fudder.

Seine Herausforderer hatten daraufhin ihre Antworten auf ihren Online-Kanälen veröffentlicht – und auch Dieter Salomon zog am Sonntagabend nach. Er wählte eine Darstellung, die den Blick zuerst auf die Frage und dann auf die – zum Teil ausführlichen – Antworten lenkt. Das "Ja", "Nein" oder "Vielleicht" muss man am Bildrand suchen.

Antworten von Monika Stein, Dieter Salomon und Martin Horn

Nachdem fast alle Antworten im Netz zu finden waren, hatte die LpB auf Nachfrage der Jusos auf Twitter bekanntgegeben: "Von uns wird es auch nach der Veröffentlichung der Antworten Salomons weiterhin keinen KOM zur OB-Wahl geben". Also tippten die Jusos die separat veröffentlichten Antworten von Monika Stein, Martin Horn und Dieter Salomon ab – die Kandidierenden, die von Parteien, Organisationen und Bündnissen unterstützt werden. "Wenn die Antwort weit über 300 Zeichen lag, wurden die Antworten von uns redaktionell bearbeitet. Ihr findet die ausführlichen Antworten auf den Homepages der Kandidat*innen." Mehr zum Thema: