Betreiberwechsel

Der Verein der Studentensiedlung betreibt das T.I.K. am Seepark nun wieder allein

Anika Maldacker

In der Studentensiedlung soll wieder günstiger und studentischer gefeiert werden: Nach rund drei Jahren organisiert der Verein der Studentensiedlung wieder allein Partys im T.I.K.. Studierendenpartys steigt dort aus.

Das T.I.K. wird nun wieder allein vom Verein der Studentensiedlung, kurz StuSie, geführt. Damit geben die vorigen Betreiber, die Haberland & Schindler GbR, die Zügel nach drei Jahren ab. Der Verein der Studierendensiedlung am Seepark ist seit August damit wieder Betreiber der ehemaligen StuSieBar. "Wir wollen wieder studentischer werden, also Qualität und günstigere Preise bieten", erklärt Dennis Pohnke vom Vorstand des Vereins Stusie. Das Betreiberduo sei als Gesellschaft bürgerlichen Rechts eher gewinnorientiert gewesen. Mehr Partys von Studierenden für Studierende ist das Motto. Der Name T.I.K. (für "Tanz im Glück") soll vorerst beibehalten werden.


Für die rund 60 Beschäftigten, die im T.I.K. derzeit arbeiten, ändere sich allerdings nicht, versichert Pohnke. Der 28-Jährige ist Masterstudent der Informatik und seit 2015 im Vorstand des Vereins. "Allen wurde angeboten, übernommen zu werden", sagt er. Was sich allerdings für die Besucher ändern solle: Die Atmosphäre. Denn vor allem im Untergeschoss gibt es nun mehr Sitzmöglichkeiten als zuvor.

Ärger zwischen Fachschaften und früheren Betreibern

Dass der Stusie-Verein nun wieder die Organisation der Partys im T.I.K. allein übernimmt, hat mehrere Gründe. Neben dem Wunsch der Studierenden, wieder weniger gewinnorientiert, und mehr studentischer zu veranstalten, soll es aber auch Konflikte zwischen den ehemaligen Betreibern sowie Fachschaften, die im T.I.K. Partys veranstalteten, und dem Verein gegeben haben. Ein Grund war laut Stusie-Verein die rechtslastigen Kommentare eines früheren Betreibers auf seiner privaten Facebook-Seite. In diesem Umfeld habe er zusätzlich T.I.K.-Veranstaltungen beworben. Die Fachschaft der Wirtschaftswissenschaften und die Sport-Fachschaft sollen am Ende keine Partys mehr im T.I.K. veranstaltet haben.

Jeremias Haberland und Tristan Schindler haben ihre Haberland & Schindler GbR seit Mitte des Jahres aufgelöst. Beide waren für fudder über Wochen nicht erreichbar. Unter dem Label Studierendenpartys Freiburg haben sie bis Juli dieses Jahres Veranstaltungen in Freiburg organisiert. Der letzte Facebook-Post der betreffenden Seite ist vom Juli dieses Jahres. Jeremias Haberland soll noch bis Februar als Berater den Umstellungsprozess im T.I.K. begleiten.

Déjà-Vu-Partys bleiben wie gehabt

Der Stusie-Verein will nun wieder günstiger und studentischer werden. "Wir dürfen als Verein natürlich keinen Verlust machen", sagt Pohnke. Die beliebten Ersti-Partys, sowie die Semestereröffnungs- und Abschlusspartys werden weiterhin statt finden – aber mit einer Happy Hour, bei der alle nur die Hälfte kostet. Auch Fachschaftpartys finden weiter im T.I.K. statt. Das Konzept der Déjà-Vu-Partys wird sich nicht verändern: dort sollen nur noch Studierende eingelassen werden. Außerdem will man versuchen durch eine Happy Hour und eine gemütliche Atmosphäre die Studierenden früher ins T.I.K. zu holen. Denn: Auch an der Studierendensiedlung gibt es Lärmbeschwerden, oft wegen Anreisenden an der Straßenbahnhaltestellen oder Partys in WGs. Um die Situation zu beruhigen will der Verein selber Lärmmessungen durchführen. Und: "Wir werden zum Semesterstart Ordner einstellen, die an der Straßenbahnhaltestelle um Ruhe bitten", sagt Pohnke.

Der Verein darf ohnehin nur eine durch die Stadt begrenzte Anzahl öffentlicher Partys im T.I.K. pro Jahr veranstalten. Im vergangenen Jahr waren es beispielsweise 16 Veranstaltungen. Zu den Großveranstaltungen werden bis zu 1200 Menschen erwartet. "Wir werden als Stusie-Verein auch die Partyformate, die Studierendenpartys in der Mensa veranstaltet hat, in Kooperation mit dem Studierendenwerk übernehmen", sagt Pohnke.
Das T.I.K. sucht noch Nebenjobber, vor allem Thekenkräfte und Garderoben-Personal. Auch Ehrenamtliche, die sich im Verein engagieren, werden gebraucht, dafür muss man allerdings in der Studierendensiedlung wohnen. Außerdem sucht das T.I.K. DJs, die vorwiegend 80er-/90er-Jahre-Hits spielen.

Der Verein Stusie ist 1998 als Nachfolgeverein der SSV (Studentischen Selbstverwaltung) gegründet worden. Der gemeinnützige Verein ist studentisch geleitet, will die Wohnqualität in der Stusie steigern und Interessen der Bewohner gegenüber der Stadt und dem Studierendenwerk vertreten. Aber: "Es ist wie überall im Vereinswesen auch bei uns schwierig, Nachwuchs zu finden", sagt Pohnke. Der Verein finanziert sich im Wesentlichen selbst, unter anderem durch die Partys im T.I.K. und durch das Betreiben der Waschräume in der Studierendensiedlung.

Was: Beerpong

Wo: T.I.K.
Wann: 8. Oktober

Was: Ersti-Party im T.I.K.
Wo: T.I.K.
Wann: 12. Oktober

Was: Semestereröffnungsparty
Wo: T.I.K.
Wann: 18. Oktober