Der unbekannte Bach

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass der größte Barockkomponist aller Zeiten, Johann Sebastian Bach, einen Sohn hatte, den er der Welt vorenthielt? Viele seiner Kinder starben sehr jung, andere wurden ebenfalls sehr angesehene Komponisten. Nur der jüngste Sohn, geboren 1742, wurde so stiefmütterlich behandelt, dass er erst im Alter von 5 Jahren einen Vornamen bekam.

Und das war dann nur die Abkürzung P.D.Q., deren Bedeutung Bach seinem Sohn vorenthielt. Das einzige, was P.D.Q. von seinem Vater erbte, war ein Kazoo, ein Blasinstrument mit dem technischen Anspruch und Klang eines Kammes.


Mit 17 Jahren wurde er Lehrling bei Ludwig Zahnstocher, dem Erfinder der singenden Säge. Als er ein Jahr später Leopold Mozart traf, empfahl er ihm, seinen talentierten Sohn zu einem meisterhaften Billardspieler auszubilden.

Erst 1777 begann er mit dem Komponieren. Dabei hatte er überhaupt keine eigenen oder gar neue Ideen, sondern plagiierte nur von anderen Komponisten, wobei er sehr ungewöhnliche Instrumente benutzte. Dabei kamen so revolutionäre Werke heraus wie Die Sonate für Bratsche zu vier Händen, das Konzert für Fagott gegen Orchester oder das Pervertimento für Dudelsack, Fahrrad, Ballons und Streicher.

Er starb völlig unbeachtet im Jahre 1807. Auf seinem Grabstein wurden die Lebensdaten mit 1807-1742 angegeben, um darauf hinzuweisen, dass er sich sein ganzes Leben über musikalisch zurückentwickelt hat. Als seine Nichte, mit der er ein uneheliches Kind hatte, versuchte, zehn Jahre nach seinem Tod Teile seines Werkes zu veröffentlichen, wurde sie dafür auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Wen diese Geschichte an Karl Ranseier erinnert, liegt nicht ganz falsch. Erfunden wurde P.D.Q. (englische Abkürzung für pretty damn quick) von dem amerikanischen Musikwissenschaftler und Satiriker Peter Schickele, der regelmäßig "neue" Werke von P.D.Q. Bach "entdeckt" und aufführt.