Der Toilettenblogger

Meike Riebau

Manche Menschen beobachten Vögel, andere angeln und wieder andere fotografieren öffentliche Toiletten. So wie Philipp Steinweber aus Salzburg. Meike hat ihn gefragt, warum er das macht.



Der Desginstudent fotografiert seit etwa einem Jahr Toilettentüren in Cafés, Museen und Restaurants, von Barcelonas Youth Hostel über die Tate Modern Gallery in London bis hin zum Flughafen in Bratislava. Die Fotos veröffentlicht er alle in seinem Toiletdiary.




Wie bist du auf die Idee gekommen, Toiletten zu fotografieren?

Auf öffentlichen Toiletten ist es ja meistens ein bisschen langweilig, und wenn man dann noch sein Handy mit Kamerafun dabei hat, entstehen solche Ideen. Meine erste Toilette habe ich im Youthhostel in Barcelona fotografiert.

Wie viele Toiletten hast du inzwischen fotografiert?

Etwa fünfzig, und die habe ich auch alle online gestellt.

Was sagen deine Freunde dazu?

Die meisten wussten es lange nicht, weil ich es nicht so spektakulär fand, dass ich es überall erzählt habe. Aber als sie es denn mitbekommen haben, fanden die meisten es gut, und haben sich zum Teil auch an gemeinsame Erlebnisse erinnert.

Also machst du die Fotos, um dich an die Ereignisse zu erinnern?

Ja, das könnte man so sagen.

Aber du könntest doch einfach deine Freunde oder das Lokal fotografieren, warum denn die Toilette?

Einfach, weil ich da am ehesten daran denke. Ich bin sonst nicht so ein organisierter Typ. Aber weil es eben da so langweilig ist, denke ich dran, und habe es bislang auch durchgehalten. Außerdem finde ich die Kontraste interessant, da ist ja alles dabei, von der dreckigsten und verkommensten Kneipentoilette bis hin zum durchgestlyten Club-WC.



Vielen Dank für das Interview.


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