Der Strebergarten: Café für Faulenzer

Johanna Schoener

Am vergangenen Donnerstag haben Albert Frick und Alexandra Parusel in der Wiehre das Café Strebergarten eröffnet. Pünktlich zum Ausklang der Draußensaison können Streber und Müßiggänger hier trocken und warm Gartenflair genießen. Wer Albert und Alex und ihr Mocca Cabaña kennt, kann sich vorstellen, mit wie viel Liebe zum Detail und Ideenreichtum sie auch ihren Strebergarten bestellen.



Ambiente

Drei Monate hat es gedauert, bis das Gartenflair zwischen Kitsch und Gemütlichkeit in das schöne Jugendstilhaus von 1906 eingezogen war. Albert und seine Freundin haben die meisten Renovierungsarbeiten selbst durchgeführt und den vorherigen Döner-Muff erfolgreich aus dem Erdgeschoss des Eckgebäudes vertrieben. Die Ideen für die Einrichtung haben sich beim Werkeln entwickelt. „Ich habe mich einfach durch Gebäude, Umfeld und Klientel beeinflussen lassen“, sagt Albert. Den Anfang machte die Hollywoodschaukel. Um sie herum wurde dann der Rest arrangiert – Sandkasten, weiße, grüne und rote Gartenstühle, Holzzaun-Elemente, Pflanzen, Laternen, bunt gestrichene Wände und ein paar Reste Jugendstil, wie das Klavier, das vielleicht beim geplanten Sonntagsfrühstück bespielt werden soll.

 



Publikum

Gedacht ist der Strebergarten natürlich nicht nur für Klassenbeste und Musterschüler, auch wenn er in direkter Nachbarschaft drei Schulen hat. Frick möchte kein reines Schülerlokal, sondern hofft auf ein gemischtes Publikum. Er setzt auch auf die Betriebe, Büros und Werkstätten in der Umgebung und studentische Gäste aus den zahlreichen WGs in der Wiehre.



Kaffeepreis

Für einen großen Milchkaffee berappt man 2,70 Euro, der Latte Macchiatto kostet 2,50 und der simple Kaffee 1,60. Dabei handelt es sich um fair gehandelten Bio-Kaffee. Wer die außergewöhnlichen Saft- und Limonadenkreationen des Mocca Cabañas zu schätzen weiß, wird auch im Strebergarten fündig. Allerdings ist die Getränkekarte hier weniger abgedreht. Sehr zu empfehlen: Guavensaft.



Auf der Speisekarte

Aufgetischt wird im Strebergarten Focaccia (überbackenes italienisches Fladenbrot), wahlweise mit Aubergine, Zucchini oder Salami, für 4,30 Euro oder mit Salat für 6,50 Euro. Außerdem gibt es Bruschetta ab 2,50 Euro, verschiedene Biosuppen ab 3,80 Euro und Salat ab 2,50 Euro. Das kann sich aber noch ändern, weil Albert gern neue Gerichte ausprobiert. Ob es ein regelmäßiges Tagesessen geben soll, steht noch nicht fest. Gestern zum Beispiel gab es Spaghetti mit Tomatensoße für 3 Euro – sehr lecker, geschmacklich nicht verwandt mit Miracoli und toll dekoriert.

Das Besondere

Obwohl er gerade erst eröffnet wurde, sieht man im knallbunten Strebergarten sofort, wie viel Liebe hier seit Beginn der Renovierung Mitte Juni hereingesteckt wurde. Albert und Alex haben Mut zum Kitsch und Sinn für Details bewiesen. Und alles bleibt so im Maß, dass sich ein breit gemischtes Publikum dort wohlfühlen kann – zumindest die, die nicht auf durchgestylte Lounges stehen. Während das Mocca Cabaña intimer und kommunikativer wirkt, kann man sich im Strebergarten auch vorstellen, sich allein mit Kaffee und Buch in eine Ecke zurückzuziehen und zu faulenzen oder, ja, zu streben.

 



Wegbeschreibung

Der Strebergarten ist in der Wiehre. Aus der Innenstadt kommend folgt man dem Rotteckring, der in den Werderring übergeht, Richtung Dreisam. Man kreuzt den Fluss über die Kronenbrücke, und befindet sich dann auf der Kronenstraße Richtung Merzhausen. Nach wenigen Metern biegt man rechts ab in die kleine Mattenstraße. Auf der linken Seite an der Ecke Hummelstraße ist man am Ziel. Zu Fuß braucht man von der Uni-Bibliothek aus gut fünf Minuten.

 



Adresse

Strebergarten
Hummelstr. 13
79100 Freiburg

Vorläufige Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9:30 bis 24 Uhr
Samstag Ruhetag
Sonntag in Planung