Der Stoff, der Staufen sprengt

Lorenz Bockisch

Zwar ist es kein Sprengstoff im klassischen Sinne, den der 13-jährige Christian Briem untersuchte, aber Schäden kann Anhydrit dennoch erhebliche anrichten. Er erforschte die extremen Kräfte, die diese Substanz bei Kontakt mit Wasser entwickelt, und sieht deshalb wenig Chancen für die Rettung des historischen Städtchens Staufen.


"Als ich im Fernsehen sah, was in Staufen passiert, interessierte mich das", erklärt Christian Briem sein Projekt. Also besorgte er sich Informationen und die Chemikalie Anhydrit, um damit herumzuexperimentieren. Anhydrit kommt aus dem Griechischen und bedeutet "ohne Wasser" ist auf seiner Präsentationstafel zu lesen. Also probierte der 13-Jährige, was bei verschiedenen Anhydritsorten passiert, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. "Das verbindet sich, wird zu Gips und dehnt sich aus", fasst er einige Ergebnisse zusammen.


Spektakulärer als diese Versuche in Reagenzglas und unterm Mikroskop sind aber seine praktischen Experimente: So trug er auf Ziegelsteine eine Betonschicht auf, dazwischen kamen ein paar Körnchen Anhydrit. "Das hab ich unter Wasser gesetzt, und nach drei Tagen war der Beton abgesprengt."

Damit, so meint Christian, sei auch eine der derzeitigen Gegenmaßnahmen in Staufen hinfällig: Dort wird Beton in die Bohrlöcher gedrückt, um sie zu verschließen. "Das wird aber nicht viel helfen", meint er, "denn wenn da erstmal Wasser dran ist, quillt es weiter."

Auch Bilder dieser realen Auswirkungen hat Christian Briem an seinem Stand aufgehängt. Darauf sind viele Risse in Häuserwänden zu sehen. "Das ist eigentlich eine Doppelhaushälfte", sagt er, als er auf ein Foto von einem sehr langen senkrechten Riss zeigt, "jetzt hat jeder im Prinzip sein Einzelhaus."

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