Der Stinkbomben-Automat

Adrian Hoffmann

Voll dufte: In der Tullastraße Nr. 3, Zähringen, direkt an der Haltestelle Tullastraße, gibt es noch einen Stinkbombenautomaten. Das Bild eines grinsendes Lausbengels ist darauf zu sehen, aus seinem Hintern macht es “boom”. 50 Cent kostet so ein Tütchen mit in Wasser gelöstem Schwefelwasserstoff. Wir haben in unserem Spieltrieb mal eine der Bomben hochgehen lassen und ein Interview mit dem Automatenbetreiber geführt:



Also erstmal zu unserem Stinkbombentest. Wer so ein Tütchen in der Hand hat, wird ganz plötzlich ganz kindisch. Mit Bauchkribbeln fragt man sich: Wie funktioniert das jetzt und wo werfe ich die Bombe hin? Da ich selbst in solchen Sachen wenig Mut habe, entscheide ich mich einfach, an einem unbeobachteten Stück Gehweg auf die Packung drauf zu treten. Und es passiert nichts! Gar nichts! Erst als ich fester drauf trete, bläht sich diese Tüte schlagartig auf, auf die Größe eines Mini-WM-Balls. Ich renne weg und werfe mich hinter die nächste Ecke. Die Oma auf der gegenüberliegenden Straßenseite schaut böse drein, meine Freundin lacht sich kaputt ? und die Bombe explodiert. Neugierig will ich zum Explosionsort gehen, aber schon auf halbem Weg vergeht mir die Lust. Es riecht hier, als hätte jemand einen Berg verfaulter Eier abgeladen. Schnell weg! Auch damit mich niemand sieht. Ich war es nicht!


Wir haben ein kurzes Interview mit Herbert Hoser, Mitinhaber des Automatenvertriebs Offenburg, geführt:

Wer kauft denn die Stinkbomben?

Herbert Hoser: Die Kinder natürlich.

Und was machen die damit?

Ja was haben wir den früher damit gemacht? Die legen sie dem Lehrer unter den Stuhl.

Haben Sie eigentlich öfter mal Ärger mit Betroffenen, die sagen: Wie kommen Sie dazu, Stinkbomben zu verkaufen?

Nö. Außerdem gibt es die Dinger ja auch woanders. Das sind Scherzartikel, während der Fasnet sehr beliebt.

Gibt es eigentlich noch mehr dieser Automaten in Freiburg?

Möglich, also von uns nicht. Wir haben nur noch Kaugummiautomaten in Freiburg.

Ich dachte immer, Stinkbomben seien irgendwann verboten worden.

Quatsch. Da sollten mal eher Silvesterkracher verboten werden. Die stecken uns die Leute in die Automaten, und wenn sie explodieren, machen sie alles kaputt. Das kostet uns Tausende.

Erst haben Sie geklagt, dann bin jetzt ich dran: Aus dem Stinkbombenautomat kommen nicht nur Stinkbomben raus.

Ja, da ist auch mal ein Gummiball dabei. Das ist ganz normal.

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