Der Soulfamily-Chor steht in der Oper "Die gute Stadt" auf der Bühne des Theater Freiburg

Euch

Der Freiburger Chor "Soulfamily" tritt als einer von sechs Chören in der Oper "Die gute Stadt" am Theater Freiburg auf. Für fudders Ihr-Blog hat Silke Ziegert, Sängerin bei Soulfamily, aufgeschrieben, wie es ist, dort mitzuspielen:

 

19:15 Uhr

Endlich ist es soweit! Monatelang waren wir bereits Teil des Projektes “Die gute Stadt” in Form von Interviews, Stimmproben und schließlich auch bei intensiven Proben der zwei Stücke, die extra für uns - die Soulfamily - geschrieben wurden.
Die Soulfamily ist ein kunterbunter Haufen mit ganz unterschiedlichen Charakteren, aber eins haben wir alle gemeinsam: wir singen für unser Leben gern und wir lieben den Soul. Und wer kann uns diesen Rhythmus, diese Interpretation von Musik besser vermitteln als unser Chorleiter Joel da Silva, dem nicht nur der Rhythmus, sondern auch die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt worden sind. So stehen wir nun gespannt vor dem Bühnenseiteneingang des Freiburger Theaters.

Endlich sind alle da und auf gehts voller Spannung und Vorfreude in den Proberaum der Oper im zweiten Obergeschoss. Zwei nette Ankleidedamen helfen uns, die in Reih und Glied hängenden blauen und gelben T-Shirts - alle mit Namen versehen - zu finden. Dann geht es ab in die Maske. Die Maskenbildnerinnen verstehen es nicht nur unsere Perücken so zu befestigen, dass auch bei der wildesten Tanzaktion nichts verrutscht, sondern unterstützten uns auch mit ihrem Charme und ihrem Lachen. Aber nicht nur die Perücke muss perfekt sitzen, nein auch die Gesichter müssen farblich darauf abgestimmt sein. So kleistern wir uns passend zum Shirt Blau oder Gelb ins Gesicht und hoffen, dass die Hände beim Waschen wieder sauber werden.

Das Warten danach im Proberaum erscheint wie eine Ewigkeit, aber als sich alle Chöre und Ensembles in der Pause des Stückes zur Probe des Impro-Blocks treffen, sind wir alle froh, dass es nun endlich auch für uns los geht.

 

20.25 Uhr

Thalia (Regisseurin), Sinem (Komponistin) und Noemi (Regieassistenz) betreten den Raum und bringen mit ihrer positiven und ruhigen Ausstrahlung schnell Ruhe in den kunterbunten Haufen. Gemeinsam üben wir zum Warm -up nochmals den Improblock mit einem Staunen hier, einem Stimmengewirr da, eine Geste in A, E, I, oder O - hierbei spürt man besonders wie wir inzwischen auch mit den anderen Gruppen, den Grünen und Roten zusammengewachsen sind.

Im Anschluss laufen (gehen war es bei den wenigsten) wir hinter die Kulissen auf der Bühne. Leise, ganz leise sollen wir sein, doch die Aufregung sorgt bei den Allermeisten für ein ständiges Raunen und Flüstern.

   

21 Uhr

Dann endlich blinkt die rote Leuchte zum zweiten Mal. Das ist unser Zeichen, jetzt sind wir dran. Über Treppen gelangen wir auf das hohe Bühnenelement und blicken von oben auf eine grüne Blumenwiese, die in Stufenform angelegt ist. Nur ganz vage erkennt man den großen Zuschauerraum und die zwei Emporen. Es wird heiß unter den Scheinwerfern. Jetzt ist unser Improvisationstalent gefragt. Von übertriebener Mimik, über stimmloses Gestikulieren bis hin zu ausgelassenem Tanzen ist alles dabei. Doch besonders berührend ist die Erinnerung an das Stück des Kinderchores, wo es so leise wird, dass man nur sich selbst  auf der riesigen Bühne atmen hört.

Als der russische Chor (die Roten) in stolzer Pfeilformation - wie ein Vogelschwarm -  vor uns steht, begleitet durch den Flügelschlag des Adlers den wir voller Faszination anschauen, steigt die Anspannung in uns, denn nur ein Schlag der Trommel gibt uns das Zeichen, den Kopf zu drehen und mit stolzer, innerer Haltung "My Town is just like full of Colors"  zu singen.

Während wir die Treppen hinunter gehen, gemeinsam als Soulfamily, dem brasilianischen Chor entgegen, spüren wir, warum es so bedeutsam ist dabei zu sein. Es ist die Magie der Bühne, dass Wir-Gefühl, der Schein der Lichter, die Emotionen die uns berühren - es ist ein Glücksmoment, der mit "Eine Stadt die fließt" seinen Höhepunkt erreicht.

 

22.30 Uhr

Die Premierenfeier beginnt. Wir sind alle todschick im Abendkleid oder schwarzem Anzug mit Fliege. Das ganze Foyer des Theaters ist in einem gemeinsamen Move, als wir ein paar Stücke unseres Repertoires zum Besten geben und Joel die Menge mit seinem Improvisationstalent begeistert, indem er Begüm und Birte (Solistinnen) und auch Sinem am Piano (Komponistin der Oper) zu souligen Duetten herausfordert. Als das Heim- und Fluchtorchester im Anschluss loslegt tauchen wir tanzend in die Menge mit ein.

Und war das jetzt gut, könnte man sich fragen? Ist gut, gut, wenn gut gut ist?
Resümee : Nein, gut ist nicht gut, wenn gut gut ist, sondern gut ist es dann , wenn es das Herz berührt - und das hat es in uns!





Mehr über die Soulfamily

     

Termine

“Die gute Stadt” kann man im Theater Freiburg noch am Dienstag 30. Juni 2015, Samstag, 4. Juli 2015 und Samstag 25. Juli 2015 jeweils um 19.30 Uhr sehen.

 

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