Wintersport

Der Snowpark auf dem Feldberg schließt

Susanne Gilg

Lange hatte es Gerüchte gegeben, im Netz hatte es rumort, bis es offiziell war: Der Snowpark am Seebuck schließt. Jetzt sollen sogenannte Funslopes entstehen, die sich vor allem an Familien richten.

Der Snowpark geht, die Funslopes kommen: Weil der Liftverbund Feldberg nach eigenen Angaben künftig noch mehr auf Familien mit Kindern setzen möchte, gibt es im Skigebiet Feldberg ab der nächsten Saison vier Bereiche an Zeigerbahn, Grafenmatt, Klusenwald und Zeller, an denen sogenannte Funslopes – übersetzt heißt das "Spaßpisten" – entstehen.


Während Familien mit Kindern sich auf ein neues Angebot freuen können, verliert die Schwarzwälder Freestyle-Szene den Snowpark am Seebuck, den es seit der Wintersaison 2007/2008 gegeben hatte. Der Snowpark sei für den "relativ kleinen Nutzerkreis" – im Verhältnis zu den Gesamtnutzern des Skigebietes – mit erheblichen Kosten verbunden gewesen, was etwa Hindernisse, Maschinenstunden der Pistengeräte oder die Shaper, also diejenigen, die dem Park den Feinschliff verpassen, anbelange, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Liftverbunds zur Schließung.

"Der Liftverbund Feldberg hat sich bereits seit Jahren als Familienskigebiet das Ziel gesetzt, ein breiteres Angebot für Familien und Kinder zu schaffen. Es ist ein großes Anliegen, besonders junge Kinder für das Thema Wintersport zu begeistern", heißt es weiter.

"Zum Training müsste ich am Wochenende in die Alpen." Freeskier Jakob Flößer
Nun fehle es noch an einem entsprechenden Angebot, um das Skigebiet selbst spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Ebenso wolle man Kinder und Jugendliche für das Thema Naturschutz und die Ruhezonen der Tiere im Winter spielerisch sensibilisieren.

Dabei sollen nach Angaben des Liftverbunds die Funslopes helfen: "Ski- und Snowboardfahrer erleben auf den vier Funslopes abwechslungsreichen Fahrspaß, dazu wird spielerisch über das Auerwild und den Naturschutz am Feldberg informiert. Ähnlich wie beim beliebten Wichtelpfad im Sommer begeben sich die jungen Sportler auf die Suche nach Anton Auerhahn.

Verschiedene Stationen für Kinder

Auf den Strecken sind verschiedene Stationen eingerichtet, wo Kinder mehr über Wildtiere, Tiergeräusche, Nahrungssuche und Ruhezonen erfahren. Weiter sorgen kleinere Sprünge, Steilkurven, Wellenbahnen und eine Reihe an speziellen Funslope-Elementen für ein rundes Familienerlebnis", beschreibt der Liftverbund in einer Pressemitteilung das neue Angebot.

Die Kosten für die Funslopes seien deutlich geringer als beim Snowpark: "Zum einen werden die Investitionskosten der Funslopes durch das Leader-Programm gefördert. Zum anderen sind auch die jährlichen Instandhaltungs- und Pflegekosten deutlich geringer als beim Snowpark und liegen nur noch bei 30 Prozent der bisherigen Kosten", so der Liftverbund auf BZ-Anfrage.

"Leider ist das Engagement aber nur von der eingefleischten Snowboarderszene gut gewürdigt worden." Roland Weis, Badenova-Pressesprecher
Energieversorger Badenova, der den Park seit zwei Jahren gesponsert hatte, habe von vorneherein nur einen Zweijahresvertrag gehabt, informierte Pressesprecher Roland Weis auf BZ-Anfrage. "Wir wollten in dieser Zeit auch testen, wie der Park genutzt wird und wie stark unser Sponsoring dort wahrgenommen wird. Leider ist das Engagement aber nur von der eingefleischten Snowboarderszene gut gewürdigt worden. Für die Familien und regionalen Skifahrer, die wir eigentlich zu erreichen hofften, war er zu sehr abseits am Rand der Pisten", so Weis.

Die Schließung des Feldberger Snowparks hatte im Internet und in den sozialen Netzwerken für Aufruhr gesorgt: "Einfach nur traurig! Ich habe die Zeit im Park immer sehr genossen. Dickes Lob an die Crew!!! Also für mich besteht nun kein Grund mehr, den Feldberg zu besuchen, trotz kurzem Anfahrtsweg ...", hat etwa einer von 100 Kommentatoren auf Facebook unter die Nachricht der Schließung geschrieben. "Wie bitter für die Schwarzwälder Freestyle-Szene! Sehr traurig! Ich hatte den Feldberg in den letzten Jahren wieder schätzen gelernt! Aber nun?", meint ein anderer.

Zum Training in die Alpen

Einer, der von der Schließung des Parks auch direkt betroffen ist, ist der Löffinger Freeskier Jakob Flößer, der unter anderem in der vergangenen Saison bei der Freeski Germany Junior Tour in Bischofswiesen den dritten Platz im Freeskiing und den siebten Platz im Slopestyle belegt hat: "Für mich würde die Schießung bedeuten, dass ich im Umkreis keine Trainingsmöglichkeit mehr hätte. Zum Training müsste ich an den Wochenenden so oft wie möglich in die Alpen fahren. Außerdem würde ich viele meiner Freunde auf dem Feldberg nur noch sehr selten oder gar nicht mehr treffen. Ohne Snowpark ist der Feldberg für uns nicht mehr attraktiv", sagte Jakob Flößer auf Anfrage der Badischen Zeitung.

Gibt es eine kleinere Lösung?

Auch 1932 Unterschriften hat eine Online-Petition zum Erhalt des Snowparks erzielt, die zwischenzeitlich den Liftverbund erreicht hat. "Die Petition wurde von den Vertretern der Community übergeben und hat zu konstruktiven Gesprächen geführt", so der Liftverbund auf Anfrage.

"Stand heute müssen wir immer noch davon ausgehen, dass es keinen Snowpark geben wird und die Piste somit für den regulären Pistenbetrieb geöffnet wird. Jedoch hoffen wir, dass wir eine Möglichkeit finden, eine kleinere Version anbieten zu können", informierte Marketingleiterin Sabrina Pfrengle vom Liftverbund Feldberg. Je nach Schneelage beginnt die Skisaison am Feldberg Anfang Dezember.