Der Selbstversuch: TRX

Ronja Dümmig

Yoga, Pilates und Gyrotonic? Klar. Aber was ist jetzt schon wieder TRX? Um das herauszufinden, besuchte fudder-Autorin Ronja das Studio "Mittelpunkt" in Emmendingen. Das bietet jenes Fitnesstraining nämlich seit kurzem an.



Das Studio ist nicht so leicht zu finden. Es liegt im 2. Stockwerk der Merk-Galerie versteckt, einem großen Einkaufszentrum beim Emmendinger Bahnhof. Aufzug, bei der Kiefernorthopädin rein, dann rechts, dann links, noch mal rechts und dann noch mal links.


Dort begrüßt mich Priska Jessberger-Merle. Sie ist Trainerin und Leiterin des "Mittelpunkts", einem Studio für Pilates, Yoga und Tanz. Außerdem ist sie eine erfahrene und vielseititg ausgebildete Tänzerin und Choreographin. Und TRX? "Das ist eine enorm effiziente Trainingsform," sagt die Trainerin. "Man spürt sofort, wie der Körper gezielt arbeitet und welch hohes Entwicklungspotenzial vorhanden ist." Die Abkürzung kommt von Total Body Resistance Exercise, was soviel heißt wie Widerstandstraining für den gesamten Körper. Und wer hätte es gedacht: Diese Trainingsform kommt aus den USA und ist in Deutschland noch relativ neu.

Ich ziehe meine Sportsachen an und gehe in den kleinen Übungsraum. Parkettboden, Spiegelwand, Topfpflanzen. Von der Decke hängen acht Gurte, die fast bis auf den Boden reichen. Am unteren Ende haben die Gurte Schlingen und Griffe, die zum Einhängen und Abstützen dienen. Außer mir nehmen noch eine handvoll anderer Leute am Kurs teil - sowohl Frauen als auch Männer.



Bei der ersten Übung scheitere ich schon, bevor es überhaupt losgeht. Ich liege auf der Matte und soll meine Fersen in die Schlingen einfädeln. Das will nicht klappen. Zum Glück ist Jessberger-Merle da. Sie hilft mir dabei, und nun muss ich nur noch meine Beine anwinkeln. Das schaff ich gerade noch. Dann soll ich mich mit dem Po hochdrücken, gleichzeitig einatmen, und beim runtergehen wieder ausatmen sowie Wirbel für Wirbel abrollen. Dabei stütze ich mich mit den Armen ab, darf aber nicht ganz auf den Boden, was ziemlich anstrengend ist.

"Bauch einziehen, Po anspannen und die Schultern zurück", sagt Jessberger-Merle bestimmend. "Die Schultern zurück, und halte den Rücken und das Becken gerade." Ganz schön viele Sachen auf einmal. Und nicht gerade die leichteste Übung für jemanden, der zwar regelmäßig tanzt, mit Kraftsport bisher aber keine Erfahrungen gemacht hat.

Nächste Übung: Wieder die Füße in die Schlingen - diesmal schaff ich's alleine - und versuchen, den Po in die Höhe zu strecken. Die Füße sollen an jener unbestimmten Stelle in der Luft bleiben; es wäre leichter, wenn ich die Position verändern dürfte. Darf ich aber nicht. Jetzt soll ich noch mit den Armen hoch und runter, also quasi Liegestütze über Kopf. Was mich beruhigt: Nicht nur ich habe einen hochroten Kopf und schwitze.


[Trainierin Priska Jessberger-Merle]

Es folgen weitere ähnliche Übungen - immer geht es darum, die Schlingen mit den Armen oder Beinen fest herunterzudrücken, da diese sich sonst verschieben. Und: Ein- und Ausatmen nicht vergessen. Einmal verliere ich dabei total das Gleichgewicht. "Scheiße, ist das schwer", entfährt es mir. Und alle lachen.

Fazit: Es ist sehr anstrengend, ständig darauf achten zu müssen, den Bauch reinzuziehen, die Brust rauszudrücken, den Po anzuspannen, den Rücken geradezuhalten und die Füße und Arme runterzudrücken. Wie bei allen Sportarten müsste ich natürlich regelmäßig zum Training gehen, damit es etwas bewirkt. Immerhin weiß ich am nächsten Tag, welche meiner Muskeln am ungeübtesten sind: Der Muskelkater teilt mir das ohne Umschweife mit.

Mehr dazu:

10 Trainingsstunden á 55 Minuten kosten 145 Euro, ein Schnupperkurs 13 Euro.

[Bilder: Ronja Dümmig]