Der Seelentröster unter den Singer/Songwritern

Carolin Buchheim

Kanada: Land des Ahornsirup, des Eishockeys und einer der besten Indie- bzw. Livemusikszenen der Welt, und zwar nicht erst seit dem durch The Arcade Fire verursachten Montréal-Hype. Über zehn Jahre ist es her, dass Ron Sexsmith sein selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht hat, zehn Jahre, in denen er acht Alben voller Songjuwelen herausgebracht hat; acht Alben, die viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bekommen haben.

Morgen Abend tritt der Singer/Songwriter im Jazzhaus auf. Einmal Balsam für die wunde Seele, bitte. Ron Sexsmith 'sei es nun endlich vergönnt sei, richtig durchzustarten', weil 'David Gray und Jack Johnson den Boden dafür bereitet haben, dass Akustikgitarren in den Programmen öffentlicher Rundfunkanstalten nicht mehr wie Fremdkörper wahrgenommen werden', heisst es im Pressetext zur Tour, und dieser Satz macht jeden Musikliebhaber und Ron Sexsmith-Fan schaudern. David Gray?Jack Johnson? Aua! Und überhaupt, wen interessiert das Radioprogramm der öffentlich-rechtlichen? Aber, egal: schlechte Pressetexte sollten niemanden davon abhalten, zu einem der höchtswahrscheinlich besten Konzerte dieses Herbst zu gehen.Ron Sexsmith ist der große Seelentröster unter den Singer/Songwritern, und er kann fast alles: bei ihm gibt's sowohl den fluffigen Gitarrenpop und das große Schrammeln als auch die einfachen, tiefen, folkigen Balladen und das Soulige, das auch Kurt Wagner von Lampchop so gut kann. Das wird sicher ein Abend im Jazzhaus, nach dem man wohlig-gewärmt nach Hause läuft und Nichts schlimm findet. Nicht den Nebel, nicht die Inversionswetterlage, nicht das frühe Dunkelwerden, nicht das rutschige Laub und die sich anbahnende Erkältung. Ein Abend, nach dem alles gut ist.Hingehen!

Ron Sexsmith: Website& MySpaceWas: Ron SexsmithWann: Mittwoch, 18.10.2006, 20 UhrWo: Jazzhaus, Freiburg