Der SC-Fansong-TÜV (Teil 3)

Markus Hofmann

   

    Die Halbfinalisten beim SC-Fansong-Cup stehen fest. Doch wer wird gewinnen? Wir haben zuerst vier SC-Fans auf fudder befragt, anschließend vier Musikjournalisten. Heute lassen wir vier Freiburger DJs zu Wort kommen, die sich musikalisch mit den vier Halbfinalteilehmern beschäftigt und die Songs bewertet haben: Shaddy, Raimund Flöck, Christian Gimbel und Maciste.   Sebastian Stang, 30, aka DJ Shaddy. Ging 1993 erstmals zum SC, damals noch Gegengerade Stehplatz. In der Abstiegssaison 2004/05 Dauerkartenbesitzer. Seit 2006 nur noch selten beim SC wegen Kindersegen und den ewig gleichen Abwehrfehlern und der schlechten Chancenverwertung. Sein Herz schlägt auch für Werder Bremen.  

    Freiburg Allstars: Hossa Tossa. Typischer Fussball-Song und -text dazu. Passt ins Stadion, da jeder mitgrölen kann. Bei diesen einfachen Textpassagen auch kein Problem. Vielleicht doch etwas zu simpel das Ganze.   Blister: Wow, gewagt für Südbaden. Zeitloser Ska-Rhythm und dazu auch mal ein anspruchsvoller Text. Vielleicht dann etwas zu anspruchsvoll für die SC-Fans, denn mitgrölen is hier nich. Würd dann doch eher zu St. Pauli passen. Mir gefällt's.   The Rolling Goals: Intro ist super, danach wird's dann ganz grausam. Billiger Sound, schlechte E-Gittare. Ne danke, konnte ich nicht bis zum Ende hören. Den Fans wirds wohl leider gefallen.   Oli Schmidt & Schulze Meier Lehmann: Damit kann ich mich anfreunden. Sehr schöner Refrain, der mal nicht ganz so typisch daher kommt. Der Sound geht nach vorne, und könnte sogar die Haupttribüne in Bewegung versetzen. Dieses "Eio" geht einem aber dann doch nach 3 mal hören ziemlich auf die Nerven.   Mein Tipp: Ganz klar Blister, weil der Song einfach mal was anderes ist neben dem typsichen Mitgröl-Hymnen, und weil ich schon immer gerne mal die Nordtribüne zu Ska hätte tanze sehen. Nach andauernder Auswärtsschwäche und stetigem Trainer, wäre das doch dann mal wenigstens etwas Neues im Stadion.           Raimund Flöck, 45, DJ (Jazzhaus, Funky Dance Night) & Produzent (Vienna Scienists). SC-Mitglied & Supporter seit den 80er Jahren.    

    Blister: nette, lustige Ska-Nummer. ist aber für einen fan-song zu schnell. knoten in der zunge beim SC-Spiel zu haben ist nicht gut. Auch wenn Blister singen: "tut's auch manchmal weh, das ist für uns o.k."   Freiburg All-Stars: Oh Mann wie schlecht!! Billige Euro-Dance-Grooves mit Proll-gesang und Elvis-Presley-Klau. Bitte nicht!   The Rolling Goals: Gefällige Schweinerock-Nummer. Mitsingfaktor null - deshalb für einen Fansong leider ungeeignet.   Oli Schmidt & SchulzeMeierLehmann: Ganz klar mein Favorit. Frischer Indie Song, der zum Mitsingen einlädt, ohne dass es peinlich ist. Passt zum Image des SC Freiburg am besten. Heyo!   Mein Tipp: SchulzeMeierLehmann.         Christian Gimbel, 32, DJ, Geschäftsführer der Werbeagentur Comprende und Herausgeber des Magazins Sub Culture.    

    Freiburg Allstars: Die Melodie ist sehr einprägsam und der Song ist einfach zum "mitgrölen".   Blister: Hört sich an wie ein Dorfhock-Reggae. Der Gesang setzt erst spät ein. Der Song hat wenig Wiedererkennungswert.   Rolling Goals: Der Song mit dem meisten Patreotismus. Etwas zu übertrieben die Lyrics und der Song könnte eine neue Interpretation eines Prinzen Songs sein.   SchulzeMeierLehmann & Olli Schmidt: Der Song mit dem größten Wiedererkennungpotential, das "Eyo, eyo.." ist einfach spitze. Der Songs ähnelt einem "Police" Song und ist sehr gut Produziert.   Tipp: SchulzeMeierLehmann.         Blister: Humba-Humba-Tätäräää-Ska der absolut ins Schwarze trifft und zum Mitschunkeln anregt. Passt das ins Stadion? Gab’s bisher halt noch nie, da sich dieses Lied ja auch komplett von den anderen drei abhebt. Spätestens, wenn der Gesang losgeht, ist richtig Feuer im Lied und das Ding mutiert zu einer absolut geilen Hymne. Neuer Wind beim SC? Spätestens dann, wenn dieses Lied die Mannschaft zu Toppform auflaufen lassen darf.   Freiburg Allstars: Wenig Akkorde mit maximalen Erfolg eingesetzt, alles in sich sehr stimmig bis der Refrain mit “oooooooooh” losgeht. Verhunzt das ansonsten sehr schöne Lied. Jeder Steineklopfer kann den Refrain “Nanananaaa, ole ole, super super SC” gleich auswendig, ist ja auch Sinn und Zweck der Sache, aber diese Phrasen sind einfach zu ausgelutscht und kassieren von mir Minuspunkte. Nananaa im Badener Land, SC Freiburg Number One” auch kein wirklich toller Reim. Schade, dieses Lied hätte sonst wirklich Potenzial für einen Ohrwurm.   Rolling Goals: Wann geht’s looos? Langer Aufbau und dann kommt erst mal nix. Die Geschichte, die erzählt wird, ist ja schön, aber was interessiert das den SC Fan, der enthusiastisch darauf wartet, endlich mitsingen zu können? Ab dem Refrain wird’s dann richtig schön und ich kuschle mich in Gedanken an zahrleichen Fans im Wunderland von PUR. Als “seriöses” Lied mit einem Tribut an Freiburg vielleicht eher geeignet wie eine Stadionhymne.   Oli Schmidt & SchulzeMeierLehmann: O-ye, äh ey-o! Gott sei Dank dauert das nicht allzu lange. Den eingefleischten SC Fans wird es ein Dorn im Auge sein, quasi eine Neuauflage des alten zu erhalten und schalten, nämlich auf stur. An sich ein wirklich rockiger Song, vielleicht sogar zu gut als Hymne, auf textueller Ebene meine ich. Nix zum Mitsingen.   Mein Tipp: Blister - die sorgen für frischen Wind!