Der QU-Club schließt

Daniel Laufer

Von Anfang an durfte das QU im Quartier Unterlinden nicht als Diskothek betrieben werden. Nach einer Strafzahlung und Post vom Baurechtsamt haben die Betreiber genug. Ende März ist Schluss:



Er habe keine Lust mehr, sagt Thomas Rauhut. Der 47-Jährige betreibt den QU-Club am Fahnenbergplatz gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Filipos Klein. Ende März wollen sie den Club schließen.


Das Problem: Von Anfang an hatte Rauhut und Klein die notwendige Genehmigung gefehlt, um das QU tatsächlich als Club zu betreiben. Der Bebauungsplan verbietet Vergnügungsstätten in dem Gebäude, damit auch ein Tanzlokal.

Festgestellt haben sollen die Betreiber das Ende 2012. Da waren die Räume bereits umgebaut, selbst die Inneneinrichtung so gut wie fertig. Rund 300.000 Euro hätten sie damals schon investiert gehabt, sagt Rauhut.

Auch Verpächter Peter Unmüßig soll für den Umbau und die Installation einer clubtauglichen Belüftungsanlage viel Geld in die Hand genommen haben. Rauhut spricht von einer halben Million Euro. Kurios: Unmüßigs Firma hatte den Bebauungsplan maßgeblich mitentwickelt. „Wir haben Tanzbars eben nicht als Vergnügungsstätten gesehen“, sagte der Projektentwickler im November 2012 in einem fudder-Interview.

Einige Monate geschah nichts, dann, im November 2013, eröffnete das QU doch noch. Rauhut und Klein hatten versucht, Stadt und Gemeinderat zu überzeugen, den Bebauungsplan zu ändern. Allerdings ohne Erfolg. Also betrieben sie den QU-Club nun offiziell als Bar. „Einmal im Monat können wir allerdings eine Tanzveranstaltung anbieten“, kündigte Rauhut damals an.

„Wir mussten eine Strafe zahlen“

Eine Begrenzung, an die sich die Betreiber zunächst nicht hielten. Das fiel 2014 auch dem Baurechtsamt auf. Die Stadt leitete ein Bußgeldverfahren ein. „Wir mussten eine Strafe zahlen“, sagt Rauhut.

Ende 2015 habe das Baurechtsamt dann noch einmal mit seinen Ämtern und einigen Gemeinderäten gesprochen, teilt Rathaus-Sprecherin Edith Lamersdorf auf fudder-Anfrage schriftlich mit. Das Ergebnis: Niemand wollte den Bebauungsplan ändern, um im Gebäude doch noch eine Diskothek zu ermöglichen.

„Die Stadt hat momentan andere Prioritäten bei den Bebauungsplänen. Insofern gibt es derzeit keine Möglichkeit, über die in der Baugenehmigung beschriebenen Rahmenbedingungen vor allem hinsichtlich der Veranstaltungskontingente hinauszugehen“, schreibt Lamersdorf.

Das teilte das Baurechtsamt auch den Betreibern mit, die zogen die Konsequenz. Die Restaurants Skajo in der Kaiser-Joseph-Straße und das Tom’s am Unterlindenplatz will Rauhut gemeinsam mit Klein weiterbetreiben, im QU aber ist Schluss. Im Februar haben sie ihren Angestellten gekündigt.

Fangesänge statt elektronischer Musik

„Ich finde es schade, dass die Stadt so unflexibel ist und das Nachtleben so kaputt macht“, sagt Rauhut. „Der QU-Club hatte keine Nachbarn und hat wirklich niemanden gestört.“ Rauhut will sich jetzt nach einem Ort für einen QU-Nachfolger umschauen. Ein bis zwei Jahre könne das dauern, sagt er. „Wir hatten viele schöne Abende. Darauf will ich in Zukunft ungern verzichten.“

Für die Räume am Fahnenbergplatz hätten sie einen möglichen Nachpächter gefunden. An diesem Donnerstag habe es ein Treffen mit Verpächter Unmüßig gegeben, unterschrieben sei noch nichts. Der Interessent plane eine Sportsbar, so Rauhut. Statt elektronischer Musik könnten bald Fußball-Fangesänge durch den Keller des Quartiers Unterlinden tönen.

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[Archiv-Foto: Leopold Dzajkic]