Kulturaggregat

Der Pop-Up-Store "Die Nische" hat in Oberlinden wiedereröffnet

Alexander Link

Seit Anfang März ist der Pop-Up-Store "Die Nische" in Oberlinden geöffnet. Auf reduzierter Ladenfläche ist das Konzept, handgemachte Unikate anzubieten, gleichgeblieben. Fudder hat mit zwei Künstlern gesprochen.

"Die Nische" hat eine neue Adresse. Der inzwischen dritte Pop-Up-Store des Kulturaggregats ist von der Salzstraße nach Oberlinden, direkt gegenüber des Brunnens gezogen. Ende Dezember war der damalige Pop-Up-Store aus der Salzstraße 26 ausgezogen. Der neue Standort macht dem Namen des Geschäfts alle Ehre. Eingerahmt von Notausgang und Durchgang zur Bar "One Trick Pony" befindet es sich auf 25 Quadratmeter Ladenfläche im Raum des ehemaligen Freiburger Fanshops.


Auf engem Raum

"Wir haben hier 100 Quadratmeter weniger Ausstellungsfläche als in der Salzstraße, sodass alle zwölf Künstlerinnen und Künstler ihre Produkte am gemeinsamen Shopsortiment etwas einschränken mussten", erklärt Steffen Heisch. Der 38-Jährige ist Streetart-Künstler ("Pieces Of The City") und arbeitet mit handgeschnittenen Sprühschablonen, mit denen er seine Illustrationen auf Altholz malt. Der geringe Platz wird optimal genutzt. So ist der wendeltreppenförmige Notausgang des ein Stockwerk tiefer liegenden One Trick Pony Fundament der Regale, auf denen die Klamotten von "Blackforest Apparel" ausliegen. Hinter der Kasse führt eine Treppe in den Keller, in dem die 29 Jahre alte Designerin Hannah Richter ihre Werkstatt hat. Sie teilt den Raum mit dem Warenlager der fair und umweltgerecht produzierten Streetwear aus dem Schwarzwald.

Holz als Arbeitsmaterial

Hannah hat in Freiburg Germanistik und Skandinavistik studiert und betreibt seit 2014 ihr eigenes Label "Hannah Lotta". "Ich habe als Ausgleich zum theorielastigen Studium vor sieben Jahren etwas Handwerkliches machen wollen und angefangen Schmuck aus Holz anzufertigen." Auf den von Steffen selbst gezimmerten Ausstellungstischen findet man ihre farbenfrohen Ohrstecker aus Holz und Lederarmbänder. Holz stellt auch das in der "Nische" omnipräsente Einrichtungsmaterial dar. Hier wird Altes mit Neuem miteinander verbaut – sei es das Rollgestell eines alten Kinderbetts, Geldbeutel aus Fahrradschläuchen oder alte Spirituosenflaschen, die in Lampen umgewandelt wurden.

Inspirierendes Miteinander statt Konkurrenzgedanken

"Für uns steht gegenseitige Unterstützung und ein inspirierendes Miteinander im Vordergrund", sagt Hannah. Zu den zehn Jungdesignern aus dem Laden in der Salzstraße kamen zur Wiedereröffnung die beiden Labels "von der Elster" und "Blackforest Apparel" hinzu. Die Zwölf betreiben den Pop-Up Store gemeinsam, teilen sich die Miete und gehen manchmal auch zusammen auf Messen wie den StijlMarkt oder den Handgemacht Kreativmarkt. Den Umsatz verdient jeder mit dem individuellen Label. Die Nutzung des Ladens als Plattform, um ihre Produkte einem größeren Publikum in der Innenstadt anbieten zu können, ist diesmal auf acht Monate begrenzt. Anschließend werden die Künstlerinnen und Künstler wieder nach einer neuen Location zur Zwischennutzung suchen müssen. Doch bis dahin zitiert Hannah gerne ihren Kollegen Dominikus Probst von "Stückgut", die Unikate aus Vintage-Möbelteilen herstellen: "In die Nische kommen, ist wie nach Hause kommen."
  • Was: Wiedereröffnung des Pop-Up-Stores "Die Nische"
  • Wo: Oberlinden 8
  • Wann: bis Ende Oktober 2019, Mo- Fr: 11-19 Uhr, Samstag: 10-18 Uhr geöffnet
  • Preise: 1 bis 1350 Euro
  • Kulturaggregat: Web

Die Labels:

Black Forest Apparel
von der Elster
Morendo Memoria
Die Eigenbrötlerei
HannahLotta
DiDi
Schwarzwald Guerilla
Butzeline Design
Stückgut Manufaktur
Smy
Pieces of the City

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