Der Plattmacher: Hausabbruch an der Heinrich-von-Stephan-Straße

David Weigend

Die Heinrich-von-Stephan-Straße soll in zwei Jahren vierspurig sein. Deshalb sind Baggerfahrer gerade dabei, das ehemalige Fernmeldegebäude an der Ecke zur Basler Straße zu nivellieren. Einer von ihnen, Manfred Fell (55), zeigt uns seine Maschine und erklärt, worauf er beim Abbruch achten muss.



Manfred Fell aus Tiengen erzählt:

"Ich fahre einen Cat 345 C Long-Front, das ist ein richtiger Abbruchbagger. 58 Tonnen Lebendgewicht. Er ist ganz neu, ich habe ihn vor drei Wochen bekommen. Deshalb ärgere ich mich ein wenig darüber, dass er schon Kratzer abbekommen hat.

Mein Job ist es, mit dieser Maschine das Gebäude hier kontrolliert abzubauen. Es hat fünf Stockwerke und ist knapp 20 Meter hoch. Für meinen Bagger genau die richtige Höhe, der Arm hat eine Reichweite von 26,5 Metern bis an den Bolzen.



Vor drei Wochen begann ich mit der Arbeit. Am Anfang habe ich mir die Beschaffenheit des Betons und der Wabendecken genau angeschaut. Auch mit der Statik beschäftigte ich mich. Ich darf da ja nicht irgendwie reinschlagen, sonst könnten andere Teile wegbrechen und womöglich jemanden gefährden.

Vorn am Baggerarm habe ich zwei Werkzeuge, die ich austauschen kann: eine Schere zum Schneiden und einen Greifer zum Runterholen. Wie man damit umgeht, lernt man mit der Zeit. Die Handhabung liegt nicht jedem. Das ist schon Feinarbeit, man braucht ein Gefühl dafür, gerade, wenn man die Schere in dieser Höhe steuert. Wie ich was runterhole, liegt in meinem Ermessen. Man lernt mit jedem Abbruch dazu.



Meine Schicht heute dauert elf Stunden. Das ist länger als normal und der Absperrung der Straße geschuldet. Mitte nächster Woche dürften wir das Haus abgebrochen haben, dann ist nur noch der Keller übrig. Wahrscheinlich werde ich dann gleich auf einer anderen Baustelle weiterarbeiten."



Video: Abbrucharbeiten an der Heinrich-von-Stephan-Straße



Mehr dazu: