Der Nightlife-Guru auf der Rumpelburg: Ein Tanz in altem Gemäuer

Nightlife-Guru

Am Samstagabend wurde in einem historischen Gebäude zwischen Kaiserstuhl und Ortenau gefeiert. Rumpelburg nannte sich dieses feine Fest der elektronischen Tanzmusik. Auch der Nightlife-Guru wagte den Aufstieg zum Tanz mit Mittelalter-Flair. Von der Stimmung dort oben ward er dann aber so ergriffen, dass in ihm der Poet erwachte:



Jungs am Tor

Die Wächter des historischen Gebäudes haben heute einen wackeren Recken voraus geschickt, er muss das Tor halten, gegen Menschen ohne Karten. Mit frohlockender Geste stattet er jene mit giftgrünen Bändeln aus, die sich für 25 Taler Zutritt zum alten Gemäuer verschaffen können.

Wer war da?



Zu Beginn des großen Festes, spärlich nur gefüllt der Platz. Doch als die Sonne sich verdunkelt, dort am Horizonte weit, um die 300 sich versammeln, für Tanz und Spaß und Seeligkeit.

Tänzerinnen und Tänzer unterschiedlichsten Alters, von jungen Anfang 20, bis zu hartgesottenen Tänzern mit 30 Lenzen, alles da. Gut gemischt sind jung und alt, teils von nah, teils von fern - zusammen gekommen um zu feiern. Die Leggins unter kurzer Hose, das T-Shirt abgetrennt am Arm, weiches Schuhwerk heute Pflicht und Tinte gar auf Haut und Haar. Besonders mir ins Auge sticht, ein Mann, er wirkt als wär’s hier sein Zuhaus: im Lederkleid, mit Tieresfell - wild und zottlig sieht er aus. Doch was ihn verrät - er kommt aus der Stadt - er doch drunter Sneakers hat.

Die Tänzerinnen und Tänzer sind vereint, in heitrem Gespräch und Zweisamkeit. Der Frohsinn ihnen im Gesichte steht, jeder Ärger hier oben weggefegt: Zum wohlig fühlen die ganze Stimmung ist.

Dekoration

Durch das Tor hindurch, rein in die Welt, die extra hierfür aufgestellt. Rote Wimpel hier und da, Feuerstellen halten warm. Über die Brück’ rüber unter das Zelt, welches von zahlreich’ Lampignons erhellt. Die Umgebung wenig Deko braucht, man einfach nur nach links geschaut und siehe da -  man in die Welt schon eingetaucht. Der Veranstalter sich hat Müh’ gegeben, bei den Schildern auf denen zu lesen, wo Donnerbalken und Lokus ist. Oder Lärz, Strand und Reb’-Gebüsch.

Partyathmosphäre & Klangwaren TÜV

Was der Musikus wie ich hier braucht, die Musik sehr fein und laut. Beides heute ist vorhanden, nur eines ich nicht hab verstanden. Beginn des Tanzes die Mittagszeit, doch niemand weiß wann er ist vorbei. “Also früh hin!”, war die Devis', nicht, dass ich auf verschlossne Tor hier stieß. Aber der Tanz von Mittag bis Mittag sich zieht, mir ein wenig den Spaß verschließt. Doch einmal damit abgefunden, dass für mich es wird kein Tanz in Morgenstunden, ich die Feierei genießen kann - bis ich heimfahr’ mit der Bahn. Die Musik eine Wonne ist. Nicht zu schnell, doch langsam nicht.



Kräftig drückend, sie die Menge bringt zum Tanzen, der House im alten Gemäuer, deftig schön mit Melodien befeuert. Dann, bei Sonnenuntergang mit Sicht ins Weite, das Gefühl kaum zu vergleichen. Freundlich man hier oben ist, egal ob man bekannt oder nicht. Der Boden erfordert Übung beim Tanzen, der Kopfstein mir zu schaffen macht. Doch einen Tod, den muss man sterben, wenn man tanzt bis Mitternacht.

An der Bar…

...lustig und munter, reichlich Getränk kipp' ich hinunter. Herren und Fräulein an der Theke, freundlich und nett, ganz wie die Fete. Die Überraschung meinerseits: ein kleiner Ofen, schön beheizt. Dort kommen Flammkuchen raus - das Haupt ich beuge vor diesem Schmaus.

Auf dem Klo zur späten Stund…

...in der Natur ein Wagen, alt und bunt. Die Rinne moßig, blau und alt - wer dringend muss, geht raus in Wald.

Aufregerle

Marschiert ich bin, durch Dorn und Strauch, ich müde bin, und Wasser brauch - für einen Aufstieg sondergleichen. Die gelben Kutscher, ja sie kamen nicht, durch Dorf und Wald ich suchend strich, mit stechend Regen im Geischt.  Ein Wegesschild, es würde reichen, mir einfach schnell, den Weg zu weisen.

Aufheiterle

Der ritterlich bekleidete Recke, in Pelz, Leder und feinem Garn er sich steckte. Er tanzt zu moderner Maschinen-Musik, ein Gegensatz wie man ihn heute selten sieht.

Fazit

Bunt und schön, reichlich weit im Niemandsland, und zu erleben gab's allerhand. Eine kurze Weil' vorher verlauten lassen, werd ichs das nächstes Mal wieder nach oben schaffen.

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