Der leere Boden nach dem Öl

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wo das Öl herkommt? Der begehrte und stetig teurer werdende fossile Rohstoff wird weltweit aus der Erdkruste gepumpt, egal ob an Land oder auf dem Meer. Doch dort, wo die pro Jahr vier Milliarden Tonnen des schwarzen Goldes herausgeholt werden, entsteht Hohlraum. Dass sich deswegen die arabische Halbinsel noch nicht um mehrere hundert Meter abgesenkt hat, liegt an der Beschaffenheit des ölhaltigen Untergrundes.

Erdöl lagert nur in den seltensten Fällen in großen Blasen unter der Erde, die nur angebohrt werden müssen und schon sprudelt eine meterhohe Ölfontäne heraus. Das meiste Öl liegt in Kalk- oder Sandsteinen eingeschlossen vor. In diesen porösen Gesteinsarten macht das im Porenraum vorhandene Öl nur etwa ein Viertel des Volumens aus.


Die Förderung beginnt mit dem Anbohren der Öllagerstätte. Durch die Masse der darüberliegenden Erdschichten steht das Öl unter einem gewissen Druck und kann ohne größeren Aufwand abgepumpt werden. Sinkt der Druck, wird mit den aus Film und Fernsehen bekannten Pferdekopfpumpen nachgeholfen. Doch mit diesen konventionellen Methoden lässt sich nur knapp ein Viertel des vorhandenen Bodenschatzes herauslocken.

Nun wird in weiteren Schritten entweder Wasser, Erdgas oder Kohlendioxid in die Lagerstätte gepumpt, um den Druck zu erhöhen. Doch auch so bleiben immernoch große Teile in den Poren des Gesteins hängen. Mit heißem Dampf oder mit Tensiden wird dann das Gestein unter hohem Druck „gewaschen”, um noch möglichst viel herauszuholen. Trotz all dieser aufwändigen Verfahren bleibt noch ein erheblicher Rest zurück. Dem Boden wird also nur recht wenig Material entnommen.

Die Fördermengen, die nur durch den Eigendruck des Öls hervorquellen, hinterlassen kleine Hohlräume im Gestein, die druch den Druck der darüberliegenden Erdschichten nachgeben; der Boden setzt sich. Passiert das in unbewohnten Gebieten, wie etwa einer Wüste oder auf dem offenen Meer, wird nicht viel dagegen getan. Aber durch die sekundären Fördermethoden wird Ersatzmaterial, wie etwa Wasser, in die Hohlräume gepumpt. Der Druck und die Dichte bleiben somit erhalten. Die Gier der Ölförderer hält somit quasi die Erdoberfläche stabil.