Verborgene Theken

Der Lastenradbarista bringt den Freiburgern Bio-Kaffee auf Rädern

Lisa Petrich

Seit Juni 2018 ist Jens Platen mit seinem Lastenrad unterwegs und versorgt Freiburgerinnen und Freiburger mit seinem Kaffee in der Fußgängerzone. Aktuell steht der Lastenradbarista am Platz der Alten Synagoge.

Vom Juristen zum Lastenradbarista

Eigentlich ist Jens Platen Jurist, studierte in Freiburg und hat unter anderem bei einem Gleitschirmhersteller gearbeitet. Aber dann hatte er keine Lust mehr auf den Bürojob und wollte etwas Neues ausprobieren. Als er eine Anzeige von Coffee-Bike, der Franchise Community für mobiles Kaffeecatering, entdeckte, kam eines zum anderen und nun ist Jens Freiburger Lastenradbarista geworden.

"Ich war schon damals im Büro immer der Kaffee-Onkel", erzählt der 37-Jährige, deshalb liebt er es, jetzt den Freiburgern mit seinem Lastenrad guten Kaffee verkaufen zu können. Besonders schätzt er es, dass er dabei die ganze Zeit an der frischen Luft sein kann und mit vielen, ganz verschiedenen Leuten ins Gespräch kommt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Neues Zuhause #coffee #freiburg #lastenradbarista

Ein Beitrag geteilt von Lastenradbarista (@lastenradbarista) am Jan 10, 2019 um 2:24 PST



Fair gehandelter Bio-Kaffee auf Rädern

Sein Konzept steht für Mobilität, Umweltfreundlichkeit und Qualität. Jens Platen verwendet Kaffee von "Caferino", bestehend aus 70 Prozent Arabica und 30 Prozent Robusta. Alles bio und fair gehandelt. Das ist für ihn wichtig, auch wenn der Kaffee dadurch etwas teurer als anderswo sein könnte.

Auch Bio-Vollmilch, laktosefreie Milch oder Hafermilch hat der Lastenradbarista im Angebot. Außerdem wird 100-prozentige Fairtrade- und Bio-Schokolade verwendet. "Auch die Kaffeebecher sind biologisch abbaubar und wer seinen eigenen Becher mitbringt, erhält 10 Cent Rabatt", sagt Jens.

Außergewöhnliche Sorten auf der Karte

Wie wär’s mit einer Schwarzwälder-Kirsch-Latte? Oder doch lieber eine Karamell-Choc-Latte? Im Winter kommen Marshmello-Mocha oder Cookie-Latte auf die Karte, auch die Vanille-Zimt-Latte ist beliebt. Außerdem gibt es die leckeren Mischsorten Othello (Schokoccino) und Mochaccino (Cappuccino mit Schokosoße) zur Auswahl. Auch der ganz normale Kaffee überzeugt mit seinem vollen Geschmack.

Die Preise

Ein Kaffee kostet 2,20 Euro, für einen Espresso zahlt man 1,80 Euro und für Cappuccino und heiße Schokolade 2,50 Euro. Für die besonderen Sorten gibt man 3,50 Euro aus, nur der Marshmello-Mocha kostet 3,90 Euro.



"Öffnungszeiten"

Da Jens und sein Kaffee-Fahrrad mobil unterwegs sind, haben sie keinen festen Standort. Momentan ist der Lastenradbarista beim Platz der Alten Synagoge neben der Straßenbahn-Haltestelle Stadttheater zu finden. Hier plant er, je nach Wetter, dienstags bis samstags von etwa 10 bis 16 Uhr seinen Kaffee anzubieten.

Freitagmorgens findet man ihn auf dem Wochenmarkt in Haslach, danach kommt er wieder zum Platz der Alten Synagoge.

Die Zeiten können sich noch ändern, aber auf der Website des Coffee-Bike kann man nachschauen, ob und wo er gerade "aktiv" ist. Auch auf Twitter und Instagram postet er regelmäßig Updates.

Jens Platen hofft, dass er beim Platz der Alten Synagoge bleiben kann – und ihm die Bürokratie nicht seine Pläne durchkreuzt. Davor hatte er beim Rathaus im Stühlinger seinen "Parkplatz", doch beim Stadttheater ist die Laufkundschaft um einiges größer.

Das besondere Publikum

Sein Publikum ist bunt gemischt und auch die bevorzugten Kaffeewünsche ändern sich von Standort zu Standort. "Am meisten wird Cappuccino getrunken", sagt Jens, "aber interessanterweise unterscheidet sich mein Klientel auf den wenigen Metern enorm."

Es macht also einen großen Unterschied, wo er seinen mobilen Kaffeeladen abstellt – und natürlich sind auch Jahreszeit und Wetter ein wichtiger Faktor. Während es im Sommer viele Touristen an seinen Stand zieht, kommen im Winter hauptsächlich Studierende und andere Passanten vorbei. Trotzdem hat Jens bereits einige Stammkunden, die auf seinen Kaffee nicht mehr verzichten wollen. "Ein paar davon besuchen mich sogar mehrmals am Tag!", sagt er lachend.

Jens erzählt, dass seine Kunden sehr hilfsbereit sind – beispielsweise ging ihm einmal die Milch aus, und ein Passant ist kurzerhand zur Schwarzwaldmilch gefahren, um Nachschub zu holen. Ein anderes Mal war die Batterie leer, und eine engagierte Frau brachte ihm direkt ein Verlängerungskabel, um ihn mit Strom zu versorgen. "Eine Rentnerin bat mir sogar schon einmal an, etwas für mich zu backen, das ich dann verkaufen kann – das musste ich wegen der Hygienevorschriften leider ablehnen."


Hier findest Du den Lastenradbarista:
  • Dienstag bis Samstag, etwa 10 bis 16 Uhr beim Platz der Alten Synagoge
  • Freitagmorgens, Haslacher Wochenmarkt
Zeit und Ort können sich noch ändern, alle Angaben sind wetterabhängig!

Hier kannst Du den Lastenradbarista online finden:

Mehr zum Thema: