Der Junge von der Postkarte

Miriam Jaeneke

Niedlich ist er, der kleine Junge, der auf diesem Foto des Fotografen Karl-Heinz Raach durch das Bächle oben am Augustinerplatz stapft. Das Foto gibt's als Postkarte, auf einem Bus und einer Bahn, war in diversen Prospekten und auf Plakaten. Als es gemacht wurde, war der Bächletreter eineinhalb Jahre alt - heute ist Gerrit Burkhardt, der Sohn des Fotografen, 18, und studiert im ersten Semester Medizin in München. Wie es sich anfühlt, ein Werbekind für Freiburg zu sein:

Abgebildet bist du auf der Postkarte als fröhliches Freiburger Kind bei einem sehr freiburgspezifischen Vergnügen. Bist du ein echtes Bobbele, Gerrit?



Gerrit Burkhardt
: Nicht hundertprozentig, weil wir ein bisschen außerhalb gewohnt haben, erst in Merzhausen und dann in Sölden, aber ich sehe mich schon auf jeden Fall als Freiburger. Ich bin auch dort zur Schule gegangen, aufs Rotteck-Gymnasium. Ich finde Freiburg richtig schön. Auch wenn ich nicht mehr dort wohne, komme ich immer gerne zurück. Gerade habe ich wegen des Studiums viel zu tun. Daher kann ich nur alle zwei Monate und in den Semesterferien in Freiburg sein. Aber wenn man aus Freiburg wegzieht, merkt man erst, was man daran hatte.

Das Postkartenmotiv mit dir wurde in den letzten Jahren ungefähr 50 Mal gedruckt, in Prospekten, Bildbänden, sogar auf Fahnen der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Brüssel. Es gibt einen VAG-Bus und eine Freiburger Straßenbahn mit diesem Bild. Ist das ein komisches Gefühl?

Ich finde es ganz lustig, dass das Bild durch die Gegend fährt. Ich habe es schon ganz oft gesehen, bin mir in dem Moment aber nicht immer bewusst, dass ich das bin. Das Foto hat ja auch keine Ähnlichkeit mit mir heute. Ich habe zwar noch blonde Haare, aber nicht mehr ganz so viele Locken. Leute, die das Foto nicht kennen, erkennen nicht, dass ich das bin. Inzwischen hat es sich unter meinen Freunden allerdings ein bisschen rumgesprochen.

Hast du die Postkarte in deinem Zimmer an der Wand hängen?

Nein. Ich glaube, ich habe es nicht mal mitgenommen. Wenn man einen Fotografen zum Vater hat, wird man eh so oft fotografiert. Es gibt so viele Bilder von mir, die habe ich gar nicht alle hier. Zu meinen Lieblingsfotos gehört auch eins aus Kanada, wo ich etwas älter bin und aus einer Pepsidose trinke mit einer großen Sonnenbrille auf, das finde ich ganz cool. Aber von den Freiburg-Motiven finde ich das auch eines der schönsten, mit meiner Mutter in dem roten Kleid, das ist echt ein tolles Foto. Es gibt auch die Stimmung in Freiburg gut wieder: Pflastersteine, Bächle, sonnig, das passt ganz gut.



Mehr dazu:

[Foto 1: Karl-Heinz Raach; Foto 2: Privat / Besten Dank an Du weißt Du bist Freiburger, wenn.... wo wir Gerrit entdeckt haben - und seinem Post "Haha das bin ja ich!" zuerst gar nicht geglaubt haben!]