Der Hinterhof in Basel bleibt bis 2021 - vier Fragen an Booker Lukas Rytz

Savera Kang

Eigentlich sollte der Basler Club Hinterhof im April diesen Jahres schließen. Seit einer Woche steht fest: Der Hinterhof bleibt bis 2021. Wie es zu dieser Wendung kam und wie es weiter geht? Lukas Rytz, zuständig fürs Booking, antwortet:



Lukas, bisher waren eure Mietverträge stets auf ein Jahr befristet. Jetzt könnt ihr weitere fünf Jahre am gewohnten Ort bleiben. Wie kommt’s?

Bisher hieß es ja immer, das Areal solle in irgendeiner anderen Form genutzt werden, wobei unklar war, wie. Jetzt hat die IBS [Immobilien Basel-Stadt, d. Red.] gesagt, dass die Neunutzung doch nicht so dringend ist und wir eine Perspektive bis März 2021 haben. Was letztendlich dazu geführt hat, wissen wir gar nicht, aber wir freuen uns sehr!
Wir hatten immer wieder Kontakt zur IBS und haben ab und zu nachgefragt, ob sie uns einen anderen Ort anbieten können, in den wir umziehen könnten. Im Spätherbst hieß es dann: "Wir haben was mit einem Fünfjahresvertrag für euch." Wir waren ganz perplex und haben gefragt, wo das sein soll – "Dort, wo ihr schon seid." Das war natürlich unglaublich. Am Donnerstag vergangener Woche haben wir den neuen Vertrag dann unterschrieben.  

Könnt ihr nahtlos weitermachen oder wart ihr schon dabei, die Zelte abzubrechen?

Wir haben schon lange im Voraus das Closing geplant und ich hatte auch emotional bereits ein bisschen abgeschlossen. Ich dachte: "Es war eine schöne Zeit, aber bald ist sie vorbei." Nun wird aus dem Closing die Party zu unserem sechsten Geburtstag. Gleichzeitig ist es eine Abschiedsparty vor der Sommerpause.

Wie geht es dann weiter?

Im Herbst eröffnen wir wieder, in der Zwischenzeit wird es einige kleine Umbauten geben. Jetzt, wo wir langfristig planen können, können wir Investitionen in die Infrastruktur auch ganz anders betrachten. Das Holz auf der Dachterrasse muss sicher saniert werden, das hält keine fünf Jahre mehr. Was den Rest betrifft, fangen wir jetzt erst an, zu planen. Für mich als Booker ist es natürlich auch toll, weil man sich auch mit den Künstlern langfristig was aufbauen kann.  

Mit dem Café Singer und dem neueröffneten Schallplatz dürften zwei weitere Clubs eine ähnliche Zielgruppe wie ihr ansprechen. Wie beurteilst du die Entwicklung?

Es ist auf jeden Fall kein Clubsterben [lacht]. Im Schallplatz war ich noch nicht, im neuen Singer schon. Das mittlerweile große Angebot ist toll, es macht Freude. Und es spricht für die Region als Standort für elektronische Musikkultur und Clubkultur im Allgemeinen.

Zur Person

Lukas Rytz, eigentlich Student der Geschichte und Medienwissenschaften an der Universität Basel, hat 2011 bei der Hinterhof Bar als Praktikant angefangen. Heute kümmert er sich zusammen mit Geschäftsführer Philippe Hersberger hauptverantwortlich um das Programm des Clubs. Zudem arbeitet er dort auch als Nightmanager und betreut die Künstler.