Der Geisterfahrer-Stopper

Markus Hofmann

Der Freiburger Kfz-Kaufmann Heiko war gestern der Held des Tages! Kühn und geistesgegenwärtig hat der 32-Jährige, der in Freiburg für einen Abschleppdienst arbeitet, am Nachmittag auf der B31 stadteinwärts auf Höhe eines Baumarkts einen Geisterfahrer ausgebremst, indem er seinen Abschleppwagen quer zur Fahrbahn stellte (fudder berichtete). Auf diese Weise hat Heiko womöglich eine schlimme Karambolage verhindert. Nachdem der erste Schreck verdaut war, haben wir ihn interviewt.





Du bist ja ganz schön irre!

Heiko: Wieso?

Wie kommt man sonst auf die Idee, auf einer Bundesstraße einem Geisterfahrer den Weg zu versperren, um ihn zum Anhalten zu zwingen?

Heiko: Das ging wahnsinnig schnell! Ich hab schon damit gerechnt, dass es rumpelt! Der Geisterfahrer kam auf der B31 Höhe Obi mit einem Suzuki-Jeep auf mich zu. Ich schätze, dass ich etwa 60, 70 Stundenkilometer drauf hatte, er ebenfalls. Das war eine Sache von Sekunden. In diesen Sekunden bin ich zwei Mal ausgewichen, wobei der Geisterfahrer aber immer wieder auf meine Spur gewechselt ist.

Du warst in Lebensgefahr...

Heiko: Wenn es einen Crash gegeben hätte, wäre es schon übel ausgegangen. Letztendlich habe ich dann gebremst, er fing zum Glück ebenfalls an zu bremsen. Wir sind schräg voneinander zum Stehen gekommen. Trotzdem hat der Mann immer wieder Gesten gemacht, dass er weiter fahren wolle. Später hat sich heraus gestellt, dass er betrunken war. Ich habe dann das Lenkrad rumgerissen und ihm die Fahrbahn versperrt, weil ich im Rückspiegel gesehen habe, dass hinter mir weitere Autos kamen.

Zum Glück hatten die ersten Fahrzeuge schon ihren Warnblicker angemacht, um kontrolliert zu bremsen. Das alles hätte viel schlimmer kommen können, wenn ich ihm nicht den Weg versperrt hätte. Vielleicht wäre er dann in den entgegenkommenden Verkehr reingedonnert.



Hast Du ein Faible für Actionfilme?

Heiko: Nein, gar nicht. Das war das erste Mal, dass ich mit einem Geisterfahrer konfrontiert war - das war schon ziemlich erschreckend. Da ging mir wirklich ein “Bolle in die Hos’”.

Nachdem die Polizei gekommen war, hast Du ja gleich noch nen Auftrag für Deine Firma klar gemacht.

Heiko: Ja, wir haben das Auto abgeschleppt. Einer der Polizisten hat gesagt, dass es schwachsinnig wäre, jetzt ein anderes Abschleppunternehmen zu holen, weil ja vor Ort schon unser Abschleppwagen war.

Man könnte deine tollkühne Rettungsaktion jetzt ja auch als besonders innovative Form der Auftragsakquise bezeichnen. Bist du immer so geschäftstüchtig?

Heiko: Spaß beiseite, das war eine Bauchentscheidung, und ich denke, es war eine gute Entscheidung, weil er sonst in die Autos hinter mir reingedonnert wäre.