Der frühe Pilger sieht den Papst

Martin Jost

Eingang Lila am Flugplatz Freiburg: Eine Traube aus 100 bis 200 Pilgern wartet auf Einlass. Es ist kurz vor ein Uhr morgens – noch neun Stunden bis zum Beginn der Messe mit Papst Benedikt XVI. Da kommt Bewegung in die Gruppe, Bewegung nach vorn in Richtung Einlass. Es ist fünf vor eins und der erste Eingang öffnet die Schleusen. fudder hat die Pilger gefragt: "Was macht ihr hier so früh?"



Daniel, 13, aus Bonn

"Meine Mutter und ich sind nach Freiburg gekommen, um dem Papst einmal ganz nah zu sein. Ich freue mich darauf, ihn zu sehen. Zu Hause in Bonn bin ich Messdiener. Heute haben wir natürlich eine lange Wartezeit vor uns – aber ich denke, das schaffe ich schon!"



Felix, 16, Johannes, 17 aus Dachau & Simon J., 15 und Simon V., 17

Simon: "Wir sind mit einer Gruppe von 150 Jugendlichen hier, zusammen in drei Reisebussen. Wir absolvieren den Neokatechumenalen Weg und haben schon die Papstmesse im Olympiastadion in Berlin gesehen. Wir waren auch alle gestern auf der Vigil. Es ist schön, mit unserer Gruppe unterwegs zu sein. Wir hätten auch in einer der Turnhallen schlafen können, wie die meisten aus unserer Gruppe. Aber wir versuchen, wenn wir erst mal drin sind, noch ein bisschen zu schlafen.
Wir freuen uns sehr auf den Papst. Es ist etwas Besonderes, ihn mal nicht nur im Fernsehen zu sehen."

Johannes: "Wobei die Deutschlandreise nicht unsere erste Gelegenheit ist, den Papst in echt zu sehen. Wir sind auch schon in Rom gewesen und als der Papst in Madrid war, haben wir ihn dort angesehen. Aus der Predigt des Papstes bei der Vigil hat mir am besten gefallen, wie er gesagt hat, dass wir das Salz der Erde sind und nicht nur sein sollen."



Peter, 33, & Angela, 40, aus Mannheim

Peter: "Wir waren schon auf der Vigil. Jetzt wollen wir uns einen Platz für die Messe sichern. Ein paar Stunden schlaf kriegen wir sicher noch. Isomatte und Schlafsack, haben wir alles dabei. Wir freuen uns natürlich auf den Gottesdienst."

Angela: "Ich freue mich auch darauf, Bekannte aus Mannheim zu treffen. Und die Glocken aus meiner Heimatgemeinde Ilvesheim zu hören. Drei Glocken sind für Ilvesheim neu gegossen worden, aber bevor sie in unsere Kirche kommen, haben sie hier ihren ersten Einsatz bei der Messe. Eine vierte Glocke ist noch aus der Kirche in Ilvesheim hier her geholt worden."

[Einige Stunden später gegen 4:30 Uhr]



Thomas & Andrea aus Lörrach; Margarete & Gerhard Hof in Franken


Margarete:
"Warum wir so früh da sind? Der Zug fuhr so früh. Wir haben den Sonderzug genommen, der für Pilger organisiert wurde."

Gerhard: "Die Busse in unserem Verein, mit dem wir mitfahren wollten, waren schon voll. Daher haben wir uns für den Sonderzug entschieden und sind bei unserem Sohn und seiner Frau untergekommen."



Patrick, 18,  Louisa, 16 & Alexander aus Nussbach

Patrick: "Wir sind schon bei der Vigil gewesen und haben diese Nacht durchgemacht. Wir sind so früh da, weil wir unbedingt Plätze nah beim Papst ergattern wollen. Wir freuen uns am meisten darauf, den Papst mal von Nahem sehen zu können."



Alfons & Petra aus Trier


Alfons:
"Wir sind heute um Mitternacht mit dem Auto los gefahren. Das hat uns nichts ausgemacht - wenn wir in Urlaub fahren, starten wir auch so früh. Wir wollten uns Stress ersparen, Parkplatzprobleme und ohne Staus durch die Baustellen auf der Strecke kommen.
Wir sind gekommen, weil wir die einmalige Chance haben, ein deutsches Kirchenoberhaupt in Deutschland eine Messe zelebrieren zu sehen. So eine Gelegenheit wird sich wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten nicht noch mal ergeben."



Familie Mailänder & Ute Baumgärtner aus Kirchheim/Teck


Diana Mailänder:
"Wir sind um 1 Uhr zu Hause los gefahren. Geschlafen habe ich vielleicht schon eine Stunde. So haben wir habe keine Probleme mit dem Verkehr gehabt und leicht einen Parkplatz gefunden. Auch bekommen wir hoffentlich gute Plätze bei der Messe."

Laurenz:
"Wir sind unterschiedlich wach im Moment."

Roland Mailänder: "Wir freuen uns auf die Begegnung mit dem Papst und die Atmosphäre."
Diana: "Und natürlich das Gemeinschaftserlebnis."

Ute Baumgärtner: "Und als Gemeindereferentin kann ich endlich mal meinen Chef in echt sehen." (lacht)

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