Der Freiburger Soul-Sänger Teddy Smith veröffentlicht sein Debütalbum "Rise"

Alexander Ochs

Unser Ben Harper heißt Teddy Smith: Der Freiburger Musiker hat sein Solodebüt "Rise" veröffentlicht. Südstaaten-Kino mit Blues, Gospel und Soul. Es geht ums Ganze. Release-Party ist am Samstag im Gewölbekeller der Harmonie!

Da ruft einer höhere Mächte an: Im Intro ersteht der legendäre Rapper Tupac Shakur pünktlich zu seinem 20. Todestag wieder auf. Teddy Smith verbrät eine Passage aus einem lange verschollen geglaubten Interview. Tenor: Als Farbiger könne man außer auf die Sklaverei auf keine Tradition zurückblicken, so der Rapstar, sondern müsse selber eine begründen. Und ein Vermächtnis hinterlassen.


Mit diesen großen Worten eröffnet der halb aus der Karibik, halb aus Freiburg stammende Teddy Smith sein Solodebüt "Rise". Um seine eigenen Wurzeln geht es im anschließenden Song "Foreign Roots" mit zarten Akustikgitarrenklängen und schönen Chören, und da wird in alter Gospel-Tradition – die ja eine christliche und afroamerikanische ist – gleich der Herrgott himself angerufen. Das traurige Lagerfeuer-Stück "Dreamless Dream" und das bluesige "Riverside" schließen direkt daran an und greifen die Geschichte und Grundstimmung auf.

Grundstimmung: melancholisch

Reduzierte Arrangements, konzentrierte Chorgesänge, stets grundiert mit dem warm schmelzenden Bassbariton, bilden die Basis für die meist melancholischen Lieder des 33-Jährigen mit dem Rauschebart. In einigen der 19 Titel, drei davon sind Interludes, klingen Ben Harper oder Otis Redding an. Manchmal mit Prediger-Touch, aber stets tief in der US-amerikanischen Tradition der Black Music verwurzelt. Wenn man die Platte hört, fragt man sich unweigerlich: Reden wir von Freiburg im Breisgau oder von, sagen wir, Fryburg, Tennessee? Smith meint: "Ich habe mein Herz und meine Seele in diese Lieder gesteckt und die Geschichten eingesungen, die mich im Inneren berühren."

Richtig Leben in die Bude kommt beim Titelstück "Rise", den ein flottes Pianomotiv im Stil von Aloe Blaccs Hit "I need a dollar" einläutet. Getragen wird das Lied wiederum von der prächtigen Stimme des Musikers. Ging es zuvor meist um "down", so heißt es nun: "You lift me up." Im Uptempo geht es auch weiter mit dem poppigen Liebeslied "It must be you". Andere Songs sind experimenteller und elektronischer geraten, so auch das dancige "When I’m Down", zu dem auch ein Video herausgekommen ist.



Im Album steckt harte Arbeit

Deutlich spürbar sind der unbedingte Ausdruckswille und die Selbstreflexion des Solokünstlers. "Die zwei Jahre waren ein hartes Stück Arbeit. Das reichte vom Aufgeben und Nicht-mehr-Wollen bis hin zum Gefühl, das Richtige zu tun. Ein Album allein zu machen ist ein unglaublich heftiger Kraftakt", sagt er rückblickend. Der Sänger und Gitarrist, der als Gesangs- und Beatbox-Lehrer arbeitet und jahrelang Teil der preisgekrönter Formation Acoustic Instinct war, musste sich Klavier, Keyboard, Bass und Schlagzeug erst autodidaktisch aneignen.

Per Beatbox setzt er häufig den Schlagzeugrhythmus für seine Lieder. Eingespielt hat Teddy Smith sein Album komplett in Eigenregie, zunächst im Keller, dann in seinem Wohnzimmer in der Beurbarung, hier und da unterstützt von Freunden, sei es am Cello oder bei den Backing-Voices.

Schon als Rapper wollte Teddy ein Soloalbum machen

"Seit ich 18 war, wollte ich ein Soloalbum machen", erzählt Teddy, damals noch Rapper. Wichtig war ihm, dass es ein authentisches Werk ist. 15 Jahre später ist es vollbracht. Und jetzt? "Ich spüre große Erleichterung und bin einfach nur glücklich. Ich finde, es ist ein erwachsenes Album geworden mit vielen Facetten an Lebenserfahrungen."

Wäre das nicht der perfekte Soundtrack für Tarantinos Sklavendrama Django Unchained? "Ja", meint Smith lachend, "ich habe meine Platte mal dazu laufen lassen. Das klang richtig gut."

Die CD "Rise" ist erschienen bei Teddy Smith Music (erhältlich über Amazon und iTunes).
Was: CD-Release mit Teddy Smith live, mit Miss Hydra, Lady K.T. & FDC Crew, Beatson, DJ Chester & DJ Dash
Wann: Samstag, 22. Oktober, 22 Uhr
Wo: Im Harmonie-Gewölbekeller, Grünwälderstr. 16, 79098 Freiburg
Eintritt: 5 Euro