Der Freiburger Popchor Twäng! hat beim Deutschen Chorwettbewerb den 2. Platz geholt

Felix Klingel

Für Twäng! war es ein Heimspiel: In Freiburg findet momentan der Deutsche Chorwettbewerb statt. In der Kategorie "Populäre Chormusik – a cappella" sicherte sich Twäng! den 2. Platz. Fünf Fragen an Maj-Brit Strobel, die mitgesungen hat.

Maj-Brit, wie zufrieden seid ihr mit dem 2. Platz?

Maj-Brit: Wir sind wahnsinnig zufrieden, das Ergebnis hat uns überrascht. Wir waren ja schon überwältigt, dass wir überhaupt teilnehmen durften. Wir haben viele der anderen Chöre gehört und nicht gedacht, das wir da mitmischen können.

Der Spruch "Der zweite Platz ist der erste Verlierer" trifft also nicht zu?

Nein, gar nicht. Es hätte nicht besser laufen können. Der 1. Platz darf beim nächsten Chorwettbewerb in vier Jahren nicht noch einmal mitmachen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, nochmal anzutreten und es nochmal besser zu machen. Uns ist klar, dass wir noch nicht ganz dort angekommen sind, wo wir sein können.



Was ist die Schwierigkeit bei so einem Chorwettbewerb?

Im Programm gibt es ein Pflichtstück, das extra für den Wettbewerb arrangiert wurde. Da hat also jeder Chor die gleichen Ausgangsbedingungen. Außerdem musste ein Swing-Stück dabei sein. Das war für uns schwierig, da wir ein reiner Pop-Chor sind und zuvor kein Jazz oder Swing gesungen haben. Zudem muss man bei den restlichen Liedern eine gute Mischung haben, die auch den eigenen Fähigkeiten entspricht.

Jeder Chor hat nur 15 bis 25 Minuten zum Singen, wird man da nicht erst richtig warm und fühlt sich auf der Bühne wohl?

Ja, die Zeit ist knapp. Man muss auch überlegen, mit welchem Stück man beginnt. Wir haben das Pflichtstück gewählt. Die Jury hielt das für mutig, aber wir haben uns damit sicher gefühlt. Wir haben uns eben einen Spannungsbogen überlegt, und wie es gut für die Sänger und Sängerinnen passt.



Chöre hatten lange Zeit eher ein verstaubtes Image, werden aber in den letzten Jahren wieder bei jüngeren Leuten beliebt. Woher kommt das?

Ich glaube, es gibt schon immer viele Leute, die gerne singen. Sicher hatten Chöre ein etwas verstaubtes Image, das bestimmt auch ein bisschen von der Klassik kommt. Die neue Popularität könnte von Gruppen wie den Pentatonix kommen, die ja wirklich mainstreamtauglich sind. Bei denen sieht man: Mit Chormusik und a capella kann man auch richtig coole Musik machen. Die Szene wächst da gerade wahnsinnig in Deutschland.
Der Chor

Den Freiburger Popchor Twäng! gibt es seit 2014. Maj-Brit Strobel ist eines der Gründungsmitglieder und singt im 2. Sporan. Insgesamt sind im Chor 42 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 21 und 37 Jahren. Der Chorleiter ist Adrian Goldner. Der nächste Auftritt findet am 29. Juni auf der Freiburger Chornacht statt.

Der Wettbewerb

Der deutsche Chorwettbewerb findet vom 5. bis zum 13. Mai in Freiburg statt. Dort treffen sich die besten deutschen Laienchöre und treten gegeneinander an. Neben dem Wettbewerb soll es aber auch um Begegnung und Austausch zwischen den Chören gehen. Beim deutschen Chorwettbewerb nehmen die Sieger der Landeswettbewerbe teil, bei denen Twäng! 2017 den ersten Platz in Baden-Württemberg holte.

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