Probenbesuch

Der Freiburger A-Capella-Chor Twäng zelebriert die Popmusik

Carolin Johannsen

Der Popchor Twäng hat sich längst zu einer festen Größe in der Freiburger Chorlandschaft entwickelt. Die jungen Sängerinnen und Sänger proben aktuell für ihre Jahreskonzerte am Wochenende. fudder war dabei und verlost 1x2 Tickets.

Dum… Badum… Badum… Ba- "Stopp", unterbricht Adrian Goldner den Beatbox und sofort wird es still im Saal. "Nochmal bitte! One, two, three, four", zählt der Chorleiter an und sofort setzen die rhythmischen Klänge wieder ein. Wenige Sekunden später erklingen die ersten Zeilen von Peter Fox "Haus am See" und erfüllen den ganzen Raum – ganz ohne Verstärker oder Instrumentalbegleitung.


Es sind die letzten Unreinheiten, Choreographien und minimale Fehler, die der Freiburger A-Cappella-Popchor "Twäng!" übt, bevor er am Samstag, 19. Januar und Sonntag, 20. Januar im E-Werk bei seinem Jahreskonzert auf der Bühne steht.



Eine einzigartige Kombination

"Wir üben jetzt nur noch den Ablauf und versuchen, Routine zu entwickeln für die Konzerte", sagt Adrian Goldner. Vor fünf Jahren gründete der 27-Jährige gemeinsam mit einigen Freunden Twäng!. "Weil es hier sonst nichts Vergleichbares gab", sagt er. Keine anderen Chöre in der Region verbänden A-Cappella mit reiner Popmusik in einer eigenen Show, was den Chor zu etwas Einzigartigem mache.

Und selbst ohne diesen Vergleich zu kennen, ist der Chor schon in der Probe beeindruckend. Das große Klangspektrum, der Rhythmus und die Choreographie der Chormitglieder laden zum Mitsingen, oder wenigstens zum Wippen im Takt, ein.



"Ich habe einen Teil des Chors mal bei einem Auftritt gesehen und war sofort begeistert", sagt Daniel Burke, der seit 2015 bei mitsingt. "Vorher war ich in einem Wohnheimschor, wo aber eher klassische Sachen gesungen wurden", erinnert er sich. Jetzt ist er dabei, "weil ich es so cool finde." Sein Lieblingsstück im Konzertprogramm ist "Wenn du tanzt" der deutschen Indieband Von wegen Lisbeth , das der Chor seit November probt. "Das Lied ist mehr upbeat und lebendiger, das macht richtig Spaß zu singen", sagt Daniel.

Mehr als nur Singen

Freude und Harmonie sind bei jedem einzelnen Chormitglied zu spüren. Die 42 Sänger zwischen 19 und 35 Jahren – die Frauen sind leicht in der Überzahl – teilen mit dem Chorgesang eine gemeinsame Leidenschaft. "Ich kann und mag nicht ohne den Chor leben, denn wir singen nicht nur zusammen, hier ist so viel Liebe und Wertschätzung, wir sind auch eine tolle Gemeinschaft", sagt Coco Weingärtner, die den Chor mitgegründet hat.

In Arbeitsgruppen organisieren die Chormitglieder Outfits, Choreographie, Pressearbeit, Moderationen und alles, was sonst anfällt. Jeder bringt sich ein, der Zusammenhalt ist groß. "Das ist wichtig hier und sehr schön", findet Coco. Diese Kombination aus Freude und Fokus ist es, die auch bei der Probe sofort zu spüren ist. Die Sänger haben mit dem Jahreskonzert ihr nächstes Ziel im Blick und proben dafür intensiv, ohne aber den Spaß zu verlieren. "Ich würde sagen, wir sind überdurchschnittlich ehrgeizig", sagt Coco.

"Man kann mit A-Cappella auch wirklich Power rüberbringen." Nadja Rauscher

Das zeigt sich auch in Zügen bei der Probe. "Kommt schon Leute, das hatten wir doch schon mal", tadelt Chorleiterin Adrian gleich zweimal hintereinander und lässt die Sänger neu ansetzen. Dann klingt es aber auch deutlich besser als zuvor. Und wer die Augen schließt, könnte fast daran zweifeln, hier einen A-Cappella-Chor zu hören.

Ohne Instrumente, trotzdem beeindruckend
Den Namen "Twäng!" wählten die Gründungsmitglieder in Anlehnung an eine Gesangstechnik. "Das ist dieser nasale Laut, der oft bei A-Cappella-Musik eingesetzt wird", erklärt Coco. Eigentlich sei es ein Scherz gewesen und noch viele andere Namen standen zur Auswahl, trotzdem gewann "Twäng!" "Es passt gut zu uns", findet Coco. Und das Ausrufezeichen am Ende hat ebenfalls eine Bedeutung: "wir sind laut!"



Durch die vielen zusammengesetzten Geräusche, den Beatbox und den Gesang ist auch ohne Instrumente die Kraft der Musik zu spüren, "man kann mit A-Cappella auch wirklich Power rüberbringen", sagt Nadja Rauscher. Die 27-Jährige ist erst seit Juli dabei, vorher sang sie in vielen anderen Chören mit. "Am Anfang fand ich A-Cappella öde, aber jetzt habe ich viel Spaß daran und finde es toll, was wir gemeinsam erschaffen – das ist eine ganz tolle Atmosphäre."

Konzerte schon ausverkauft

Dass Twäng! bei den Freiburgern beliebt ist, zeigt sich darin, dass beide Konzerte im E-Werk schon ausverkauft sind. Das überrascht kaum, nachdem der Chor im letzten Jahr beim Deutschen Chorwettbewerb den zweiten Platz ersang und somit deutlich an Bekanntheit gewann. Da im letzten Jahr deswegen das Jahreskonzert ausfallen musste, erwartet die Konzertbesucher jetzt "eine optische und klangliche Entladung dessen, was sich in den letzten Jahren bei uns so angestaut hat", verspricht Coco Weingärtner.

Es werde anders als vorher, aber auf jeden Fall, wie Chorleiter Adrian Goldner ankündigt "ein cooles Popkonzert mit aktuellen Songs mit einem motivierten und motivierenden Chor!". Das Programm dauert etwa 2 Stunden und 15 Minuten.
Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde 1x2 Tickets für das Jahreskonzert von "Twäng" am Samstag, 19. Januar 2019 um 20 Uhr im E-Werk in Freiburg.

Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden.Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Ich will Twäng!" an gewinnen@fudder.de.

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Freitag, 18. Januar 2019, um 10 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Twäng! sucht noch neue Sänger! Aktuell werden ein Bass 2 und ein Tenor 1 gebraucht. Wer in dieser Stimmlage singt, kann sich per Email an ichwillzu@twaeng.de wenden.


  • Was: Jahreskonzert "Electric" von Twäng!
  • Wann: Samstag, 19. Januar 2019 und Sonntag, 20. Januar 2019, jeweils 20 Uhr
  • Wo: E-Werk Freiburg
  • Eintritt: ausverkauft

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