Der Foundersclub Freiburg unterstützt Studierende, die ihr eigenes Start-Up gründen möchten

Christina Braun

Schneller, besser, geschickter – der Foundersclub will Studierende mit jungen Ideen unterstützen. Dabei möchte die studentische Initiative vor allem den Einstieg ins Start-Up-Business zu erleichtern.

Die studentische Initiative will Studierenden bei der Verwirklichung der eigenen Gründungsidee helfen. Dabei geht es darum, zwei große Themengebiete zusammenzubringen: Unternehmertum und Technologie.


Die Idee dazu hatte der 25-jährige Informatikstudent Philipp George vor gut einem Jahr. Vor seinem Studium in Freiburg hat er bereits in Münster seinen Bachelor in BWL gemacht. Seit Grundschulzeiten wünscht er sich, sein eigenes Unternehmen zu gründen. "Eine Plattform für Studenten, die ein eigenes Start-Up planen, gab es in Freiburg einfach noch nicht", sagt er.

Mit seiner Idee blieb er nicht lang alleine. Zusammen mit Medizinstudent Marcel Acar, Chemiestudent Felix Guischard und Informatikstudent Leon Kaltenbrunn gründet er im August 2016 den Foundersclub. Starthilfe für den Aufbau der Initiative bekam er außerdem vom Gründermagneten, dem Dachverband studentischer Gründungsinitiativen.

Ideen teilen und von anderen lernen

Der Foundersclub soll Studierende zusammenbringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen, Mitstreiter zu finden und von Experten aus der Branche zu lernen. Dafür veranstalten Philipp und sein Team alle zwei Wochen die sogenannten Montagstreffen an der Technischen Fakultät. Jedes Treffen hat einen thematischen Schwerpunkt. Da geht es mal um Risikokapital in Life Sciences, mal um innovative Ideen vom autonomen Fahren.

Der Foundersclub will vernetzten – gelebtes Networking betreiben sozusagen. Den Gründern ist deshalb der interdisziplinäre Austausch besonders wichtig: "Wir wollen Studierende aus alle Fachrichtungen zusammenbringen - von Mathe über Medizin und Informatik bis zur Bio-Genetik", erklärt Philipp. Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des Clubs wieder, denn der Großteil der Mitglieder kommt aus den Naturwissenschaften.

Philipp würde sich aber trotzdem auch Studierende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften wünschen. "Gerade, wenn es um die Kommunikation im Unternehmen oder die Marktforschung geht, sind das wichtige Perspektiven", sagt er. Ein gewisses Fachvokabular sollte man zu den Treffen aber schon mitbringen, denn die Start-Up Branche hat einen ganz eigenen Fachjargon.

Ein Ort um sich inspirieren zu lassen

Nicht jeder, der zum Foundersclub kommt, hat schon die zündende Idee für ein Start-Up. Viele sind auch einfach nur neugierig und suchen Antworten und Tipps aus der Praxis. Dafür gibt es bei den Treffen jede Menge Input: Mal referiert ein Experte aus der Wissenschaft, mal berichtet ein Gründer von seinen eigenen Erfahrungen im Business. Der Foundersclub zählt dabei besonders auf die Unterstützung von jungen Start-Ups und Investoren aus der Region. Zum Beispiel das Freiburger Start-Up Blue Inductive, das sich mit kabelloser Ladetechnik beschäftigt.

Aber nicht nur Experten kommen zu Wort, auch die Mitglieder bekommen die Chance, selber Themen vorzustellen: Das kann ein eigenes Projekt sein oder aber ein ganz neues Thema, das erst erarbeitet werden muss. "Da gibt es dann auch nebenbei einen echten Lerneffekt – wie bei einem Referat in der Schule", erklärt Philipp.

Wenn aus einer Idee mehr wird

Wie es im Idealfall laufen soll, macht Clemens Paffenholz vor. Der Zahnmedizinstudent ist schon ein bekanntes Gesicht im Foundersclub. Demnächst möchte er mit seinem eigenen Projekt durchstarten. Er ist gerade dabei, eine Software für Zahnartzparxen zu entwicklendie die Datenübertragung effizienter machen soll. Unterstützung für sein Konzept hat er im Foundersclub gefunden: Über ein anderes Mitglied bekam er den Kontakt zu einem BWL-Studenten aus Münster, der ihm nicht nur bei der Umsetzung half, sondern auch gleich in das Projekt einstieg.

In Zukunft will der Foundersclub weiter wachsen und Brücken schlagen. "Ich würde mir wünschen, dass sich eine richtige Community bildet und wir zu einem festen Anlaufpunkt für Studenten werden", sagt Marcel aus dem Vorstand. Ziel ist es, die Initiative irgendwann zum Verein zu machen.
Der Foundersclub Freiburg trifft sich jeden zweiten Montag um 19 Uhr in der Technischen Fakultät.