Der Ex-Freiburger Fotograf Oli Rath hat die Fotos für Berlins Olympia-Kampagne geschossen

Anne Lena Mösken

Bisher können die Berliner sich zu einem "Jein" durchringen, wenn es um Olympia geht. Eine Kampagne, deren Bilder der Freiburger Oliver Rath geschossen hat, will das nun ändern.



Vielleicht brauchen die Berliner jetzt einen wie Oli Rath. Denn gerade wissen sie nicht so recht, was sie wollen: Die eine Hälfte will Olympia, die andere nicht, so sieht es laut Umfragen aus. Wenn sich also der Deutsche Sportbund (DOSB) am 21. März nächsten Jahres dafür ausspricht, sich mit Berlin um die Olympischen Spiele 2024 zu bewerben, was wollen die Berliner dann sagen? Jein? Denn etwas dazu sagen müssen sie, das haben der Senat und das Abgeordnetenhaus beschlossen. Keine Zustimmung, kein Olympia. Vielleicht ist daher keine Antwort auch eine Antwort.

Und jetzt kommt also Oli Rath. Der frühere fudder-Fotograf hat sich inzwischen in Berlin durchgesetzt, gerade erst hat er sein Opus Magnum 'Berlin Bohème' veröffentlicht. Und nun arbeitet er gemeinsam mit Alexander Wolf am Plan Olympia.

Der Netzwerker Wolf will Olympia, weil er findet, dass Berlin nur eine Zukunft hat, wenn es sich an solche Großveranstaltungen herantraut. Weil er nicht warten will, bis die Politik die Berliner überzeugt, hat er den Verein Berlympics gegründet, der von heute an die Berliner mit der Kampagne "Wir wollen spielen" auf die Olympischen Spiele einstimmen will. Unterstützt wird er von 30 Unternehmen und 70 Privatpersonen.

Während also die Kritiker von NOlympia - dazu gehören etwa die Berliner Linke, die Grüne Jugend und der Naturschutzbund - mit einem Berliner Bären gegen die Spiele mobilisieren, dessen Pfoten von Olympischen Ringen gefesselt sind, hat Alexander Wolfs Verein Oliver Rath eine Strecke ablichten lassen, die, nun ja, ziemlich nach Rath aussieht ist: Da steht der Hipster mit Vollbart und Nerdbrille vor dem Laptop in den Startlöchern; da holt die Kellnerin mit den Currywurstresten auf dem Tablett zum großen Wurf aus; da trägt die Feuerwehrfrau ihren Flammen statt Wasser spuckenden Schlauch wie die olympische Fackel.

Die Berliner wollen spielen. Das ist die Botschaft, hübsch rotzig verpackt. "Wir wollen kein Sportevent, sondern Spiele - auf die Berliner Art", sagt Alexander Wolf, und denkt dabei an den Märchensommer 2006, als die ganze Welt sehen konnte, wie entspannt und euphorisch die Deutschen sein können; denkt an Berlins Spätis, die Fernsehschirme auf die Bürgersteige stellen; und an den Geschäftsmann im Anzug, der vom Sportsgeist gepackt schwungvoll zum Hürdenlauf über die Baustellenabsperrung ansetzt. So zumindest hat er sich selbst für die Kampagne ablichten lassen.

Berlin nimmt die Herausforderung an, auch diese Botschaft steckt in der Kampagne, die zunächst im Internet, im Laufe der Woche dann auf gesponserten LED-Wänden etwa an der Humboldt-Box und später auch auf Plakaten in der ganzen Stadt zu sehen sein wird.

Den Kritikern, die ihrerseits mit dem Slogan "Mehr Brot statt Spiele" sagen, die Stadt habe genug Probleme, sie brauche nachhaltige Investitionen statt eines vierwöchigen Megaevents, will Wolf gar nichts absprechen. Für ihn ist Olympia so etwas wie der Besuch, für den man die Wohnung auf Vordermann bringt. Und er sagt: "Mit Skepsis wurde noch nie ein Problem gelöst." Das klingt alles etwas sehr idealistisch. Was wiederum eigentlich ganz gut zu Olympia passt. Und auch zu Oliver Rath.

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[Foto: Oliver Rath]

Fotos: Oliver Rath

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