Der Episodenfilm "Wenn ich weiter geschlafen hätt'" läuft am Samstag in der Uni

Carl Dohmann

Einmal Statist in einem Film - diesen Traum hat sich Autor Carl Dohmann schon vor drei Jahren erfüllt. Am Samstag läuft der Episodenfilm "Wenn ich weiter geschlafen hätt'" des Freiburger Philosophie-Studenten Sören Stiegler in der Uni:



Es ist das Frühjahr 2011, ich stehe vor dem Freiburger Peterhof. Etwas komme ich mir vor, als würde ich gleich eine Univeranstaltung besuchen. Doch ich bin damals einer von gut 20 Statisten, die bei den Dreharbeiten für eine Szene des Episodenfilms "Wenn ich weiter geschlafen hätt‘" dabei sind. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, ist der Laienfilm des 28-jährigen Philosophie-Studenten Sören Sebastian Stiegler fertig. Er wird am Samstag, 6. Dezember, in Freiburg zum ersten Mal ausgestrahlt..


Die anderen Statisten sind damals etwa in meinem Alter, Anfang bis Mitte 20. Stiegler erklärt uns, dass wir gleich Studenten in einer Vorlesung spielen sollen. Wir hören einem älteren Dozenten (gespielt von Bernd Gabriel) zu. Währenddessen werfen sich zwei Darstellerinnen Blicke zu.

Vom Theater zum Film

Sören Stiegler ist Initiator der Laienfilmgruppe „08fünfzehnFilme“, die er 2007 nach dem Abitur in Karlsruhe gegründet hat. „Während der Schulzeit habe ich sehr viel Theater gespielt“, sagt er. Diese Prägung merkt man seinen Filmen noch heute an: „Für mich steht die Geschichte und die Arbeit mit den Schauspielern im Vordergrund.“ Das erste Filmprojekt „Woyzeck“, eine Verfilmung des gleichnamigen Dramas von Georg Büchner, ging er damals mit Bekannten aus Karlsruhe an – entsprechend wurde der Film 2009 auch dort gezeigt.

„Wenn ich weiter geschlafen hätt‘“ ist Stieglers erster Film, dessen Geschichte er sich komplett selbst ausgedacht hat. Er beginnt mit einer jungen Frau, die unerwartet stirbt. Der Film behandelt darauf in fünf Episoden die fünf Phasen, die ein Mensch angesichts des Todes – oder auch des Abschiednehmens – durchlebt: Leugnen, Verhandeln, Zorn, Resignieren, Akzeptieren. Jede dieser Phasen wird in einer völlig eigenen Geschichte dargestellt, Hauptdarstellerinnen sind jeweils Frauen verschiedenen Alters. Die Uni-Szene, in der ich mitspiele, ist Teil der ersten Episode „Leugnen“.

Regisseur und Kamermann in einem

Etwas sagen muss ich während der Szene nicht. Mehrmals sagt Bernd Gabriel seinen Text auf, manche hören aufmerksam zu, andere nicht – wie das in einer Vorlesung eben so ist. Stiegler – er ist gleichzeitig Regisseur und Kameramann – wechselt die Kameraposition, nimmt eine Darstellerin nun in der Nahaufnahme auf.

Die Schauspieler sind ausschließlich Laien. Ich bin über meine damalige Mitbewohnerin Julia an das Filmprojekt gekommen. Sie arbeitet für „08fünfzehnFilme“. Die Drehorte waren äußerst vielseitig. „Die Leute in Freiburg haben uns großartig unterstützt, wir konnten überall kostenlos drehen“, so Stiegler.

Premiere in der Uni

Im September 2011 hatte Stiegler den Film im Kasten, doch dann ruhte das Projekt erstmal. „Ich brauchte zunächst einen neuen Schnitt-PC“ – keine billige Anschaffung für einen Studenten. Außerdem stand das nächste Projekt schon an: Die Dreharbeiten für "Wald", Stieglers dritten Film, fanden erstmals mit professionellen Schauspielern statt. Der Film soll 2015 ins Kino kommen. Für "Wenn ich weiter geschlafen hätt'" hat die Uni am Nikolausabend einen Kinosaal zur Verfügung gestellt. Eine zweite Vorführung ist nicht geplant.

Der Regisseur ist schließlich zufrieden, wir sind mit der Szene fertig. Ich sei gut im Bilde, sagt Stiegler zu mir. Da bin ich ja gespannt.


Regisseur Sören Stiegler

  • Anmeldung für die Premiere bis Donnerstag, 4. Dezember unter info@08fuenfzehnfilme.de, begrenzte Teilnehmerzahl.

Mehr dazu:

Was: Episodenfilm: "Wenn ich weiter geschlafen hätt'"
Wann:
Samstag, 6. Dezember, 19 Uhr
Wo:
Uni Freiburg, Rektorat, Fahnenbergplatz