Sportförderung

Der EHC Freiburg hat Geldprobleme – und hofft auf Zuschuss von der Stadt

Simone Lutz

So wie jetzt kann der EHC nicht mehr lange weitermachen. Steigende Betriebskosten und hohe Ausgaben in der Nachwuchsförderung machen dem Verein zu schaffen. Jetzt bittet er die Stadt um Hilfe.

Der Eishockeyclub (EHC) Freiburg hat zwei große Probleme: Zum einen darf die marode Franz-Siegel-Halle nur noch bis höchstens 2024 betrieben werden, ein Ersatz ist nicht in Sicht. Und zum anderen hat der Verein ein strukturelles Defizit, sprich: nicht genug Geld, um sein Angebot aufrechtzuerhalten. Ein Brandbrief mit der Bitte um mehr finanzielle Unterstützung liegt vor und wird wahrscheinlich eine Rolle spielen, wenn der städtische Doppelhaushalt im März beraten wird.


Auf zwölf Briefseiten an die Stadt steht die schonungslose Wahrheit. Und die ist: So wie jetzt kann der EHC nicht mehr lange weitermachen. Während das Geschäft eigentlich gut läuft – mehr als 80 000 Menschen beim Publikumslauf, reger Zuspruch beim Jugend- und Breitensport –, sind die Kosten zu hoch.

Der EHC braucht mehr Platz – und mehr Einnahmen

Für den Betrieb der Franz-Siegel-Halle muss der EHC mit 244 000 Euro jährlich rechnen. Rund 213 000 Euro im Jahr erhält er als Zuschuss von der Stadt Freiburg, außerdem muss der Verein die Miete von 24 000 Euro nicht zahlen. Zusammen deckt das einigermaßen die Betriebskosten. Doch der Zuschuss ist in den letzten 15 Jahren nur um zwei Prozent erhöht worden, während die Preise für Strom, Wasser und Brennstoffe um mehr als 20 Prozent gestiegen sind. Das vergangene Geschäftsjahr schloss der EHC mit einem Minus von 114 000 Euro ab, vor allem wegen hoher Kosten für die Nachwuchsabteilung.

Zwei Versuche, mehr Einnahmen zu generieren, sind gescheitert. Weder eine zweite Eisfläche auf dem Parkplatz noch ein ganzjähriger Betrieb waren möglich. Wenn der Verein langfristig überleben will, braucht er eine neue Halle mit zwei Eisbahnen – für mehr Platz und mehr Einnahmen. Im Augenblick sieht es so aus, dass der Vereinsnachwuchs sowie die Kinder- und Jugendarbeit die Halle zu 30 Prozent nutzen, der öffentliche Publikumslauf zu 60 Prozent und die Profi-Mannschaft nur zu 10 Prozent.

Die Stadt soll Zuschüsse erhöhen

Wo eine größere, etwa 32 Millionen Euro teure Halle stehen könnte, ist noch völlig unklar. Dem Vernehmen nach will die Stadtverwaltung nach der Sommerpause auf die Suche gehen und dabei ganz genau bei den Flächen hinschauen, die schon als Standorte fürs SC-Stadion untersucht wurden.

Im Augenblick jedoch geht es um die Betriebskosten, die in den neuen städtischen Doppelhaushalt eingepreist werden. In seinem Brief bittet der EHC um insgesamt 550 000 Euro pro Jahr. Die Stadtverwaltung hat keine Erhöhung vorgesehen, doch scheinen die Fraktionen im Gemeinderat nicht abgeneigt. Die SPD-Fraktion hat bereits angekündigt, sie wolle zu den bisherigen 213000 Euro weitere 140 000 beantragen und hofft auf Unterstützung anderer Stadträte. Außerdem wollen die Sozialdemokraten eine halbe Million Euro für eine Machbarkeitsstudie vorhalten, "das ist ein Signal an die Verwaltung: Kümmert euch drum", so SPD-Stadtrat Stefan Schillinger. Im Sportausschuss seien die Probleme des EHC im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ebenfalls diskutiert worden.
BZ-Hautnah

Um die Zukunft des Eisstadions geht es am Freitag, 15. Februar, ab 17 Uhr in der Franz-Siegel-Halle, Ensisheimer Straße 1. Erst wird die Halle besichtigt, dann beantworten Vorstände des EHC sowie ein Spieler der Wölfe Fragen. Interessierte können danach das Spiel Wölfe gegen Eispiraten Crimmitschau auf eigene Kosten anschauen. Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung: mehr.bz/hautnah-eisstadion

Mehr zum Thema: