Playoff-Aus

Der EHC Freiburg feiert trotz des Ausscheidens gegen Frankfurt

Benjamin Resetz

Aus im Viertelfinale: Nach einer fulminanten Spielzeit mit mehr Höhen als Tiefen sind die Puckjäger von der Ensisheimer Straße in der Endrunde um die DEL2-Meisterschaft ausgeschieden.

Gegen die als Titelfavorit gehandelten Löwen Frankfurt zog der Underdog in vier Spielen den Kürzeren und verabschiedet sich nach 59 Saisonspielen in die wohlverdiente Sommerpause. Für Mannschaft und Fans war es dennoch eine Saison wie im Märchen.


Video: Wölfe drehen eine Ehrenrunde


Was war das bloß für ein Ritt, den der EHC Freiburg in den zurückliegenden sechs Monaten aufs Eis legte? Als sportliche Wundertüte mit zahlreichen Eigengewächsen in die Saison gestartet, punktuell verstärkt durch Förderlizenzspieler und vielversprechenden Ausländer, hatten die Freiburger, wie schon in der Aufstiegssaison, dennoch eine gewisse Außenseiterrolle in der DEL 2 inne.



Am Ende sollte es ganz anders kommen. Als siebtbestes Team der Hauptrunde hatte sich der EHC für die Pre-Playoffs qualifiziert und in drei spannenden Spielen gegen die Ravensburg Towerstars durchgesetzt. Der Gang in die Endrunde war mehr, als sich auch die kühnsten Wölfe-Anhänger zu Saisonbeginn erhofft hatten.

Dass jetzt nach vier Spielen gegen die Löwen Frankfurt Schluss war kam wenig überraschend und dürfte niemanden ernsthaft traurig stimmen. Wehmut, dass eine starke Spielzeit nun ihr Ende gefunden hat, schwingt dennoch mit.

"Wir sind stolz auf unser Team", schallte es auch am Dienstagabend von den Rängen der Franz-Siegel-Halle, nach dem finalen Auftritt des Wolfsrudels in der Spielzeit 2016/2017, die als die beste seit dem Jahr 2003 einen Platz in der EHC-Historie einnehmen wird. Denn erstmals seit diesem Datum nahmen die Freiburger an einer Playoff-Runde in der zweithöchsten deutschen Spielklasse teil.

Rechnen konnte man mit dieser Leistungssteigerung nicht unbedingt. Der Bescheidene Anspruch des Vorjahres-Aufsteigers zu Saisonbeginn: Klassenerhalt. "Egal wie, wenn möglich aber ohne den Gang in die Abstiegsrunde", konkretisierte EHC-Trainer Leos Sulak damals. Kleine Brötchen zu backen war an der Ensisheimer Straße seit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga zur Tugend geworden. Der stete Aufstieg in den zurückliegenden sechs Jahren bietet derweil Stoff für die am Dienstag erschienene Vereinschronik – ein 266 Seiten starkes Werk, von der Gründung 1984 bis zum heutigen Tag.

Namhaft klangen indes drei der Neuzugänge an der Ensisheimer Straße, die die Ausländerpositionen neben dem Tschechen Petr Haluza, der bereits in der Oberliga für den EHC spielte, neu bekleiden sollten. Haluzas Landsleute Radek Duda (Angreifer) und Lukas Mensator (Torwart) waren bereits in der Nationalmannschaft ihres Landes aktiv.

Während Duda, ein technisch versierter Routinier, als einer der Toptransfers des Sommers gehandelt wurde, stand hinter Mensator zunächst ein Fragezeichen – zumal der Abgang von Goalie-Eigengewächs Christoph Mathis nicht nur auf Wohlwollen stieß. Doch mit starken Leistungen spielte sich der Neue im EHC-Kasten in die Herzen der Fans. Dritter im Bunde war Marton Vas. Der Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft hatte bereits DEL-2-Erfahrung gesammelt – unter anderem bei den Löwen Frankfurt – und avancierte zu einer tragenden Figur an beiden Enden des Eises.

Im Saisonverlauf schlugen sich die Breisgauer nach einem holprigen Start beachtlich und erarbeiteten sich mit Erfolgen über Spitzenklubs wie DEL-2-Meister Kassel oder Vizemeister Bietigheim bald den Ruf als Favoritenschreck. Lange ging es eng zu im Mittelfeld der Tabelle, doch eine Woche vor Ende der Hauptrunde sicherten sich die Freiburger den direkten Klassenerhalt und den damit verbundenen Einzug in die Pre-Playoffs, in der sie sich das Heimrecht gegen die Ravensburg Towerstars erspielten.

In drei Spielen – zwei davon wurden erst in der Overtime entschieden – setzten sich die Freiburger durch und schafften so das nächste Saisonhighlight. Allerdings ohne ihren Kapitän Philip Rießle, der sich im letzten Hauptrundenspiel einen Kieferbruch zuzog. Gegen die Löwen aus der Mainmetropole, die seit Ende der Hauptrunde regenerieren konnten, blieben die Breisgauer letzten Endes jedoch ohne Chance, was der Feierstimmung im Breisgau indes keinen Abbruch tat.

Noch lange nach der Schlusssirene im finalen Spiel vor heimischer Kulisse feierten Fans und Mannschaft gemeinsam das Ende einer fantastischen Wölfe-Saison, die sogar noch mit einem Titel gekrönt werden konnte. Als die Mannschaft mit den wenigsten Strafminuten erhielten die Freiburger den Fair-Play-Preis der DEL 2 und haben somit zumindest in dieser Kategorie die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Freiburg – Frankfurt 2:5 (0:2, 1:3, 1:0)

Tore:
0:1 (14.) Cespiva, 0:2 (15.) Pistilli, 0:3 (24.) Mueller, 0:4 (26.) Breitkreuz, 1:4 Kunz (29.), 1:5 (37.) Breitkreuz, 2:5 (59.) Bräuner. Strafen: Freiburg 8, Frankfurt 8.

Zuschauer:
2307.

Auch das letzte Spiel zwischen den Wölfen und Löwen ging klar an die Raubkatzen, die sich trotz aufopferungsvollen Kampfes der Breisgauer am Ende mit 5:2 durchsetzten und die Serie mit einem "Sweep", einer perfekten Bilanz von 4:0, für sich entschieden. Die Hauptrolle im Schlussabschnitt spielten die Fans beider Teams, die gemeinsam feierten und dazu beitrugen, dass sich die Teams erhobenen Hauptes in Richtung Urlaub beziehungsweise Halbfinale verabschieden durften.

Weitere Playoff-Ergebnisse (best-of-seven): Kaufbeuren – Dresden 6:3 (Playoff-Stand 3:1); Bayreuth – Bietigheim 3:0 (1:3); Weisswasser – Kassel 1:5 (1:3) .