Der DönerCopter: Dichtung und Wahrheit

Dana Ghafoor-Zadeh

In Freiburg wird der Döner bald per Mini-Helikopter geliefert. Das jedenfalls behauptet eine Handvoll Freiburger Tüftler, die den DönerCopter erfinden will. Und ob Hoax oder nicht: Der DönerCopter geht uns nicht mehr aus dem Kopf. Und lässt so manche Frage offen.



Freiburg soll die Stadt sein, in der bald Döner vom Himmel fallen - jedenfalls, wenn man dem Freiburger Projektmanager Benedikt Böckenförde und seinem Team glaubt. Ihr neues Projekt: der DönerCopter.


Dabei handelt es sich angeblich um ein neues Döner-Bestell-und-Liefersystem. Wie das gehen soll? Laut DönerCopter ganz einfach: Die Smartphone-App DönerCopter herunterladen, mithilfe von GPS den nächsten Dönerladen auswählen und per App den Wunschdöner bestellen. Der soll dann mit einem Mini-Helikopter angeflogen kommen.

Die Entwickler werben jetzt schon mit kurzen Lieferzeiten und Bezahlung per Smartphone. Der unbemannte Roboter soll schon bald ganz Freiburg mit Döner versorgen und die Luft mit Knoblauchduft durchziehen.

Die Idee des Fluglieferservices ist nicht neu. In den USA kam schon die Idee eines TacoCopters auf, auf die sich das Freiburger DönerCopter-Team bezieht. Leider ist beides bis jetzt nur ein Scherz. Den TacoCopter gibt es genausowenig wie den DönerCopter. "Noch nicht", meint Benedikt Böckenförde. "Aber uns gefällt die Idee und wir wollen dem Döner tatsächlich Flügel verleihen. Wir haben uns über die Begeisterung und das überwiegend positive Feedback nach dem Launch der Website sehr gefreut und bereits mehrere Kontakte zu Entwicklern herstellen können. Wir befinden uns in einer sehr frühen Entwicklungsphase und sind sehr dankbar für konstruktive Kritik, Fragen und Kontakte die uns dabei helfen das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen."



Der Faktencheck

Aber spinnen wir die Idee mal weiter. Ginge das überhaupt? Ein Döner-Lieferservice à la DönerCopter?

Bernd Wagner, Sachbearbeiter des Regierungspräsidiums in Freiburg, hält den DönerCopter für eine gute Idee. Er bedauert allerdings, dass sie nicht umsetzbar ist. Der DönerCopter dürfte nämlich, da er gewerblich genutzt wird, nicht über Menschenmengen fliegen. Wenn der Döner allerdings überall hin lieferbar sein soll und man den Döner nicht gerade auf freiem Feld verspeisen möchte, ist das kaum einzuhalten.

Auch nach Freiburg West ist der Dönerflug nicht erlaubt. Im Umkreis von 1,5 Kilometern des Flugplatzes darf aufgrund der Kollisionsgefahr nichts anderes als die bemannten genehmigten Flugzeuge fliegen. Auch Drachen, Modellflugzeuge und DönerCopter stellen eine Gefahr für andere Flugzeuge dar. Der Steuernde muss den DönerCopter ständig beobachten und kontrollieren können, sagt Wagner. Er müsste also den DönerCopter verfolgen. Dann könnte er ihn allerdings auch direkt selbst liefern.

Der Inhaber des Uni-Kebap-Hauses lacht über die Idee des DönerCopters. "Die Freiburger wollen immer etwas Neues", sagt er. Trotzdem kann er sich nicht vorstellen, dass der Dönertransport per DönerCopter reibungslos verlaufen würde. Ein Döner schmeckt nur solange er noch frisch und heiß ist. Nach spätestens fünfzehn Minuten ist er aber so stark abgekühlt und von der Soße aufgeweicht, dass der Geschmack nicht mehr derselbe ist. Die Frische und das Geschmackserlebnis hätten demnach unter dem Fluglieferservice zu leiden.

Wir plädieren deshalb für alternative Bringdienste: Wie wäre es zum Beispiel mit einem ferngesteuerten Brezelboot, das die Freiburger Bächle als Wasserstraßen nutzt? Oder mit einem Yufka-Lieferservice, der nach dem Paperboy-Prinzip funktioniert?

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[Bild 1: Drohne - Parrot AR iphone Drone/Döner: © gradt - Fotolia.com; Logo: Dönercopter; Bild 2: David Lohmüller]