Kriminalität

Der Colombipark soll sicherer und schöner werden

Frank Zimmermann

Drogenhandel und Raubüberfälle häufen sich im Colombipark: Eine Initiative will den Park nun sicherer und schöner machen – die Stadt ist dazu bereit. In wenigen Wochen beginnen erste Arbeiten.

Der Colombipark gilt als einer der schönsten Flecken der Innenstadt und ist zugleich doch auch einer der problematischsten: Drogenhandel und Raubüberfälle haben so zugenommen, dass die Polizei den Park zu einem von drei Kriminalitätsschwerpunkten in der Stadt erklärt hat, der besonderer Überwachung bedarf.


Eine Initiative von Anwohnern, Geschäftsleuten und Hoteliers will den Park nun aufwerten und hat dafür auch Ideen. Bereits in wenigen Wochen wird begonnen, die Mauer auf der Rotteckringseite abzusenken und darauf Sitzplätze zu schaffen.

Es soll wieder Leben in den Park

Am Freitag waren Vertreter der "Anlieger-Initiative Colombipark" bei Oberbürgermeister Dieter Salomon, um ihm ihre Anregungen persönlich vorzutragen. Man wolle eine Belebung des Parks, den heute viele wegen zahlreicher Gewalttaten und Überfälle meiden, und das inzwischen nicht nur bei Dunkelheit.

Colombi-Hotelchefin Kirsten Moser berichtet von der Kritik ihrer Gäste am Zustand des Parks. Auch ADAC-Geschäftsführer Kilian Mandel berichtet, seine Mitarbeiter der Niederlassung Am Predigertor 1 hätten ihn wegen des Parks angesprochen. Er eigne sich nicht mehr für eine Arbeitspause. Und der Büro- und Schreibwarenhändler Dettlinger an der Eisenbahnstraße kennt Kunden, die wegen der Umgebung nicht mehr gerne den Laden aufsuchen.

OB Salomon hält park für ein ungeschliffenes Juwel

Salomon hält den Colombipark für ein "etwas ungeschliffenes Juwel", das dringend aufpoliert werden müsse: "Der Park ist nicht sicher." Er nennt die Gegend zwischen Bismarckallee, Eisenbahnstraße und Colombipark gar einen der kriminellsten Schwerpunkte in Baden-Württemberg. Auch der Rathauschef glaubt, dass es neben polizeilichen noch andere Maßnahmen brauche, um den Park aufzuwerten.

Die Idee eines Cafés hält er für sehr gut. Im Colombischlössle sei dafür allerdings kein Platz. Das ins Spiel gebrachte kleine Häuschen an der Ecke Rotteckring/Rosastraße eignet sich dafür nicht, es handelt sich um eine Trafostation in Betrieb. Die Initiative schlägt deshalb den Bau einer Orangerie für gastronomische Zwecke vor. Anwalt und Stadtrat Johannes Gröger, dessen Kanzlei auch nahe dem Park ist, glaubt, dass dafür Investoren und Pächter zu finden seien. Vor einem solchen Bau müsse man aber erst einmal ein Gesamtkonzept für den Park erstellen, findet Garten- und Tiefbauamtsleiter Frank Uekermann: "Man kann den Park schon besser nutzen."

Bürgerinitiative wünscht sich mehr Beleuchtung

Die Initiative schlägt vor, das Archäologische Museum im Colombischlössle konzeptionell so zu verändern und für Veranstaltungen zu öffnen, dass insgesamt mehr Besucher in und durch den Park kämen. Zudem plädiert sie für eine neue Beleuchtung. Nicht gerüttelt werden soll am "Käfig", dem Rückzugsraum für Drogensüchtige am nördlichen Rand des Parks. Dieser habe die Szene befriedet, sagt der OB. Uekermann kann sich eine Verlegung innerhalb des Parks nach Westen, zum Kontaktladen der Drogenhilfe in der Rosastraße 13 hin, vorstellen.

Salomon will die Ideen der Initiative in den Gemeinderat bringen. Derweil beginnen in wenigen Wochen die Arbeiten an der Parkseite entlang des Rotteckrings. Die fast ein Meter hohe Mauer wird abgerissen und durch eine halb so hohe Sitz- und Liegemauer ersetzt. Zudem soll die Wiese durch "Modellierungen" am Hang zum Hinliegen einladen. Verbreitert werde auch der Gehweg. Dies alles öffne den Park zum neuen Boulevard hin: "Der Park wird in jeglicher Hinsicht offener", sagt Uekermann. Bis Ende des Jahres soll die Umgestaltung am östlichen Parkrand fertig sein, Mitte 2018 dann der gesamte Abschnitt der Stadtbahn am Rotteckring.

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