Der böse Blick

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum wir auf Fotos oft so teuflisch aussehen? Die roten Augen, die beim Fotografieren mit Blitz entstehen, kann man heutzutage zwar entweder wegretuschieren oder durch richtiges Blitzen von Anfang an vermeiden. Doch wer wissen will, warum dieser Effekt überhaupt entsteht, sollte hier

Wenn wir in die Kamera lächeln und die Augen dabei schön weit aufmachen, stellen sich die Pupillen auf die Lichtstärke der Umgebung ein. Wenn man also im Dunkeln fotografiert wird, sind die Pupillen sehr weit geöffnet, um möglichst viel Licht an die Sehnerven heran zu lassen. Dann kommt im Bruchteil einer Sekunde der Blitz des Apparates – und die Augenmuskulatur hat keine Chance, sich so schnell zu schließen und sich auf den plötzlichen Lichteinfall einzustellen.


Was dann auf dem Film oder dem Speicherchip landet, ist nichts anderes als die Netzhaut im Augenhintergrund. Die ist mit vielen kleinen Äderchen durchzogen und deshalb blutrot. Durch die weit geöffnete Blende des Auges ist sie so gut ausgeleuchtet wie zu erkennen.

Deshalb flackern modernere Apparate vor dem Auslösen ein paar mal mit dem Blitzlicht, damit sich die Augen der Models an die hohe Lichtintensität gewöhnen können und sich die Pupillen schließen. Und auch Fotobearbeitungsprogramme können sehr leicht das Rote der Augen finden und es schwarz färben, da diese Farbe stets die gleiche ist. Bevor es die digitale Bildbearbeitung gab, mussten sich Hobbydaguerristen noch mit dem schwarzen Filstift in feiner Ausmalarbeit üben.